Swissquote vs. DEGIRO – Ein Brokervergleich

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Swissquote und DEGIRO – Meine Erfahrungen

Meine verschiedenen Broker

Ich habe viele verschiedene Broker ausprobiert, Depots eröffnet und einige Monate getestet. Bei drei Anbietern bin ich geblieben und habe jeweils ein Depot. Jeder Broker hat andere Vor- und Nachteile und ich nutze die Depots für unterschiedliche Dinge. Ich kann die verschiedenen Depots auch für verschieden Bedürfnisse empfehlen. Für Investorinnen, die langfristig viel Geld anlegen möchten oder für Einsteigerinnen, die einfach mal einen Fuss in die Finanzwelt setzen möchten.

Swissquote – was oft nicht erwähnt wird

Swissquote ist der Marktführer in der Schweiz für den Handel mit Wertpapieren. Swissquote bietet eine App, die meist stabil läuft und eine Desktop-Version für den Handel, die sehr viele Möglichkeiten bietet. Ich finde, dass Swissquote berechtigt der Marktführer in der Schweiz ist und nutze vor allem die App sehr gerne. Der Kundendienst funktioniert einwandfrei und ist immer freundlich.

Wo ist dann der Haken? Das alles hat seinen Preis. Hier geht es mir noch nicht mal um die hohen Tradinggebühren, die für Trades mit Aktien bis CHF 2000.- bei rund CHF 20.- liegen und für ETFs bei CHF 9.-, hier geht es mir um die Depotgebühren. Quartalsweise werden, je nachdem wie viel Geld du im Depot hast, zwischen CHF 15.- und CHF 50.- fällig.

Ein Beispiel: Wenn dein Depot nun rund CHF 8000.- ist, was schon ein ordentlicher Betrag ist zum Einsteigen, komme folgende Kosten im ersten Jahr auf dich zu:

4x Trading à CHF 20.- bis 25.-
4x Depotgebühren à CHF 15.-

Du bist also bei rund CHF 140.- an Gebühren, bei einem Vermögen von CHF 8000.-. Klar kannst du für die Käufe die Trading Credits nutzen, die überall angeboten werden (meiner ist 6stz64 😊), es bleiben jedoch die jährlichen Kosten von mind. CHF 60.- für die Depotgebühren, die bei einem kleineren Depot einen schönen Teil der Erträge aus Dividenden (wenn denn Dividendentitel gewählt wurden) wegfressen. Nehmen wir an, es sind alles Dividendentitel im Depot, die durchschnittlich 2% Dividende pro Jahr auszahlen. Du erhältst also CHF 104.- (nach Abzug der Verrechnungssteuer) auf dein Depot ausbezahlt. Davon gehen CHF 60.- an Swissquote für die Depotgebühren.

Selma Finance

Mein Fazit zu Swissquote

Swissquote lohnt sich, für grössere Investitionen und Depots mit einem grösseren Volumen. Dein Geld liegt in der Schweiz, bei einem renommierten Anbieter mit guter Infrastruktur. Ich habe mein Hauptdepot bei Swissquote und bin zufrieden. Für Trades mit kleineren Beträgen nutze ich aber lieber andere Anbieter, da die Gebühren einfach zu hoch sind.

Ich sage immer, dass es beim Investieren wichtig ist, anzufangen. Man sammelt Erfahrung und beginnt zu verstehen, wie es funktioniert. Das geht auch mit kleinen Beträgen sehr gut. Du kannst ein Depot eröffnen und mit CHF 500.- erste Schritte wagen. Im schlimmsten Fall ist ein Totalverlust bei diesem Betrag verkraftbar. Dies geht aber bei Swissquote wegen den hohen Gebühren nicht. Deshalb habe ich Alternativen getestet.

Welche Anbieter sind besser als Swissquote?

Eines vorneweg, in der Schweiz gibt es keine besseren und günstigeren Anbieter. Es gibt Konkurrenten aber die nehmen sich preislich nicht viel und das Angebot ist ziemlich ähnlich. Es gibt jedoch sehr gute und vor allem extrem preisewerte Optionen im Ausland, die auch für Schweizerinnen verfügbar sind. Ich habe viele verschiedene Depots getestet und bin zum Schluss gekommen, dass ich DEGIRO und Smartbroker mit bestem Gewissen allen empfehlen kann, die erste Schritte an der Börse wagen möchten.

Es gibt im Ausland sehr viele Depotanbieter, die mit Preisen von bis zu 0 Euro pro Trade werben. Ich habe Interactive Brokers, etoro, Smartbroker* und DEGIRO* getestet. Nach wie vor halte ich Aktien in meinen Depots bei Smartbroker und DEGIRO, weil die beiden Anbieter mich überzeugt haben. Smartbroker* hat leider keine App und der Anmeldeprozess war noch nicht digital. Dafür erhebt Smartbroker* keine (!) Gebühren für Käufe und Verkäufe, die über die Börse gettex gehandelt werden. Zudem sind Sparpläne kostenlos möglich. Nicht alle deutschen Broker nehmen Schweizer Kundinnen an. Smartbroker jedoch schon und so kann man auch als Schweizerin, von den bekannten automatischen Sparplänen profitieren. Noch etwas einfacher ist aber DEGIRO*.

Degiro

Warum ich DEGIRO empfehlen kann

Ich habe mein Depot bei DEGIRO* nun seit einigen Monaten und bin sehr zufrieden. Meine Erfahrung ist, dass die App schnell, stabil und unkompliziert ist. Auch auf dem Computer funktioniert alles reibungslos. Die Gebühren von DEGIRO sind sehr niedrig und machen den Broker zu einer super Option für alle, die mit niedrigen Beträgen einsteigen möchten. DEGIRO erhebt keine Depotgebühren und die Gebühren zum Kauf- und Verkauf liegen zwischen CHF 0.50 und CHF 8.-. Der genaue Betrag wird vor jeder finalen Platzierung der Order angezeigt. Erfahrungsgemäss ist vor allem der Handel an den US-Börsen extrem günstig. Die Kontoeröffnung war sehr schnell, komplett digital und lief ganz unkompliziert.

Die Vorteile von DEGIRO:

  • DEGIRO ist sehr günstig
  • Keine Depotgebühren
  • Viele ETFs sind sogar kostenlos handelbar (hier sind alle aufgelistet)
  • Tolle und stabile App

Was DEGIRO nicht bietet:

  • Kein Schweizer Anbieter
  • DEGIRO bietet kein Demokonto
  • Einzahlungen sind nur in CHF möglich
  • Support ist im Ausland

Degiro Gebührenübersicht

Die Gebühren bei einer Transaktion von rund CHF 2000.- für Pinterest-Aktien an der NYSE betragen nur CHF 0.67 Dies ist auf der rechten Seite gut ersichtlich, bevor der Auftrag abgeschickt wird. Auf der linken Seite sind alle historischen Informationen und Kennzahlen.

Benutzerkonten bei DEGIRO

Nach der Fusion mit der deutschen flatex Bank, hat DEGIRO* nun eine deutsche Bankenlizenz mit einer Einlagensicherung von EUR 100’000.- (Wertpapier zählen in der EU, wie in der Schweiz, als Sondervermögen und sind somit separat geschützt). Ich habe das Basic-Profil gewählt. DEGIRO bietet noch zwei weitere Optionen: Active und Trader. Beides benötige ich nicht, denn was ich in meinem Profil nicht geboten bekommen, brauche ich nicht (kein Handel mit Optionen, Futures, kein Margin-Trading, Short gehen nicht möglich).

Überweisungen zu DEGIRO

Wenn du Geld auf dein Depot überweist, kannst du das nur von einem Konto machen, dass auf deinen Namen läuft und nur in Schweizer Franken. DEGIRO wechselt dann die CHF für dich, falls du ausländische Aktien oder ETFs kaufst. DEGIRO* akzeptiert keine Überweisungen von Anbietern wie Revolut oder WISE. Falls du oft ausländische Währungen hast, wäre hier Smartbroker* die bessere Variante. Bei Smartbroker kannst du kostenlos verschiedene Währungskonten einrichten.

Der Eignungstest bei DEGIRO

Wer bei DEGIRO* Wertpapiere handeln möchte, muss einen multiple-choice Test bestehen. Keine Angst, er ist nicht schwer. Erst danach wirst du für den Handel von Aktien und ETF freigeschaltet. Wenn du noch andere Produkte (Optionen, Futures) ins Depot legen möchtest, musst du weitere Tests absolvieren.

Frankly Altersvorsorge

Mein Fazit zu DEGIRO

Ich nutze DEGIRO* sehr gerne für den Handel mit ausländischen Aktien. Ich habe mein Depot bei DEGIRO schon länger und würde es nicht mehr missen wollen. Ich kann DEGIRO allen Anfängerinnen empfehlen, die mit kleineren Beträgen starten möchten. Da DEGIRO keine Depotgebühren erhebt und sehr tiefe Transaktionskosten hat, lohnt sich das Investieren ab CHF 1.-. Auch mit kleinen Beträgen profitierst du vom Zinseszins-Effekt und die Dividenden verschwinden nicht für Depotgebühren. Mein Hauptdepot, auf dem auch mehr Geld liegt, bleibt in der Schweiz bei Swissquote, dafür bezahle ich aber auch höhere Gebühren. Deshalb ist meine Empfehlung, mit DEGIRO anzufangen und wenn du mehr Geld auf dem Depot hast, dieses zu Swissquote zu zügeln. Als Richtwert würde ich hier rund CHF 25’000.- empfehlen, denn dann sind die Kosten bei Swissquote prozentual gesehen nicht mehr so hoch.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Michael

    Merci für den super Bericht. Bei der Flut von neuen Brokern sind solche Erfahrungsberichte Gold Wert!
    Was aber noch interessant zu wissen wäre: Ist es bei Degiro möglich, wie bei Smartbroker und Swissgrid, Schweizer Aktien ins Aktien-/Namensregister einzutragen?
    Bei Degiro auf der Webseite gibt es dazu keine Informationen und über Google findet man beide Antworten 🙂 Leider gibt es ja kein Demokonto.

    1. Angela

      Hallo Michael
      Danke fürs Feedback! 🙂 Nein, bei Degiro kannst du leider keine Aktien eintragen lassen. Da ist Swissquote ganz klar am besten dafür aufgestellt.
      Liebe Grüsse
      Angela

  2. Patrick R.

    was für degiro auch als hauptbroker spricht: geht degiro konkurs, sind die aktien als sondervermögen sicher. die eu regulierung sollte ungefähr derjenigen der finma entsprechen. kommt es zu rechtstreitigkeiten ist man wohl ohnehin (in der ch auch als im ausland) auf einen spezialisten angewiesen (finanzmarktrecht). wirklicher vorteil ist wohl der „nahe“ kundenservice, wobei man den kaum braucht (wird ja alles bestens erklärt), der gerichsstand schweiz und evtl. weniger arbeit bei der steuererklärung.

    @michael degiro ist nicht wirklich neu, glaube seit mitte der 10er auch in der schweiz.

  3. Dominik

    Bin gerade auf diesen Bericht gestossen. Vielen Dank hierfür! Ich bin momentan auch bei DEGIRO und habe lediglich 3 Positionen mit kleinem Wert (ca. 1.700). Wie machst du das mit den Steuerunterlagen? Degiro bietet hier keine Unterlagen, oder?
    PS: Es gibt ja die neue App Yuh (Postfinance und Swissquote) würdest du dies empfehlen mit Yuh zu beginnen und später ab einem grösseren Betrag zum „richtigen“ Swissquote Konto wechseln? Danke und viele Grüsse Dominik

    1. Angela

      Hallo Dominik
      Degiro bietet einen Report aber der ist nicht steuerkonform. Du musst es also in das Wertschriftenverzeichnis abtippen. Bei Swissquote gibt es einen konformen Report, der kostet CHF 100.- extra.
      Ich habe Yuh selber nicht, weil ich mit Degiro alles schon besser abgedeckt habe, aber dein Vorgehen ist sicher auch eine Option. Was mir persönlich bei Yuh nicht gefällt, ist die eingeschränkte Auswahl und dass ich die Handelszeit nicht selber bestimme.
      Liebe Grüsse
      Angela

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