Geld anlegen – eine Anleitung für Anfängerinnen

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Der Start – So legst du los!

Wenn du hier angelangt bist, hoffe ich, dass du schon einige Artikel zum Thema Geld anlegen und Investieren gelesen hast. Du hast dir über den richtigen Mindset und deine Risikobereitschaft Gedanken gemacht. Dein Notgroschen ist angespart und deine Finanzen sind aufgeräumt. Dann steht dem Anlegen nichts mehr im Weg! Die vorherigen Schritte sind jedoch extrem wichtig, damit du keinen Schiffbruch an der Börse erleidest. Investieren ist kein Hexenwerk, es benötigt aber Wissen rund um die Börse und deine eigenen Finanzen. Du brauchst dazu aber keinen Berater. Übernimm selber die Verantwortung für dein Geld!

Ziel festlegen

Jeder Weg ist einfacher, wenn das Ziel bekannt ist. Sparst du fürs Alter oder für die Ausbildung deiner Kinder? Ich verfolge ja eine langfristige Strategie und lege über 20 bis 30 Jahre an. Wenn du für kurzfristigere Ziele sparst, also Dinge unter 10 Jahren, ist es mehr Zockerei als Investieren 😉 Ich investiere nur Geld, dass ich für längere Zeit nicht benötige. So macht mich ein schwacher Kurs über eine gewisse Zeit auch nicht wahnsinnig. Ich mache ja noch keine Verluste. Erst wenn ich ein Wertpapier für weniger Geld verkaufe, als ich es gekauft habe, realisiere ich einen Verlust!

Lege ein messbares Ziel fest. Zum Beispiel: Ich möchte mich mit 62 Jahren pensionieren lassen und bis dahin eine halbe Million Franken in meinem Depot haben. Bis dahin muss ich jeden Monat 500 Franken investieren. Wenn du dieses Bild vor Augen hast, fällt es dir leichter, manchmal auf Konsum zu verzichten, um mehr Geld anlegen zu können.

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Ein Depot eröffnen

In einem ersten Schritt musst du ein Depot für deine Wertschriften eröffnen. Was ein Depot ist, habe ich hier erklärt. Es lohnt sich beim Wertschriftendepot die Preise der verschiedenen Anbieter genau zu vergleichen. Die meisten traditionellen Banken erheben hohe Gebühren für Aufträge (also das Kaufen oder Verkaufen von Wertpapieren) sowie auch für die Kontoführung und das Depot.

Ich persönlich bin bei Swissquote* mit meinem Hauptdepot. Swissquote ist eine Schweizer Bank unter Aufsicht der FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) und mit Einlagensicherung bis CHF 100’000. Swissquote hat nicht die tiefsten Gebühren, ist aber seriös und die Plattform ist einfach zu bedienen. Du kannst kostenlos ein Demo-Konto eröffnen und etwas herumprobieren. Mit meinem Code 6stz64 kriegst du CHF 100 Trading Credits geschenkt.

Für kleinere Beträge empfehle ich DEGIRO*. Leider sind die Gebühren bei Swissquote bei kleineren Depotvolumen vergleichsweise sehr hoch. DEGIRO* ist da eine super Alternative. Es gibt keine Depotgebühren und der Handel mit Aktien ist bereits ab CHF 0.55 möglich. Deshalb nutze ich DEGIRO* für den Handel mit kleineren Beträgen und empfehle es allen, die mit tieferen Beträgen starten möchten.

Auf Moneyland gibt es einen Brokervergleich, bei dem du die verschiedenen in der Schweiz tätigen Anbieter von Depots vergleichen kannst. Hier habe ich einen Vergleich zwischen den Brokern angestellt, die ich selber benütze.

Produkte auswählen

Nun geht es daran, Wertschriften zu finden, die zu dir und deiner Strategie passen. Die erste Frage ist, ob du in einen ETF oder in Einzelaktien investieren möchtest. Falls dir das zu schnell geht: Hier habe ich jeweils erklärt, was ein ETF und eine Aktie ist.

Investieren in Aktien

Investieren in ETFs

 

In einen ETF investieren

Der ETF bringt dir ganz einfach eine grosse Diversifikation. Du kannst aber viel weniger bestimmen, in welche Unternehmen du investierst. Wenn du beispielsweise nachhaltig investieren möchtest und bestimmte Aktien für dich nicht in Frage kommen, kannst du nicht einfach in den gesamten SMI investieren, da dort z.B. Nestlé dabei ist. Für die Suche nach ETFs benütze ich justetf.com. Dort kann man ETFs nach allen möglichen Kriterien filtern. Dabei ist auch ein Filter für Nachhaltigkeit.

justetf nachhaltig

Für mich wichtige Kriterien bei einem ETF sind:

  • TER (Total Expense Ratio, also die Kosten, die jährlich für den ETF anfallen)
  • Diversifikation (Wie viele und welche Firmen machen den grössten Teil des ETFs aus? Wenn du beispielsweise nur in die Schweiz investieren möchtest, machen Nestlé, Novartis und Roché zusammen schon über 50% des Portfolios aus. Das führt zu einem Klumpenrisiko.)
  • Ausschüttungsart (Thesaurierend oder Ausschüttend)
  • Fondsdomizil (aus Steuergründen in Irland oder Luxemburg)

Daneben gibt es natürlich eine Vielzahl an Kennzahlen, die du im Factsheet des ETFs findest. Es lohnt sich, diese genau anzusehen und zu verstehen. Bei einem ETF ist eine langfristige Denkweise wichtig. Dein ETF wird nicht morgen plötzlich doppelt so viel Wert sein. Die Diversifikation federt negativ aber halt auch positive Ausbrüche ab. Du kannst mit den durchschnittlich 7% Gewinn rechnen, die die Märkte über Jahrzehnte hinweg betrachtet, jedes Jahr wachsen. Ein ETF ist ein einfaches Produkt, um kinderleicht in einen ganzen Markt zu investieren und du brauchst dafür keinen teuren Finanzexperten.

In eine Einzelaktie investieren

Wenn du dich für Einzelaktien entscheidest, solltest du das Unternehmen, an dem du interessiert bist, genau analysieren. Höre nicht auf Tipps, die im Internet kursieren! Du bist für deine Investitionen verantwortlich, darum prüfe genau, was du kaufst!

Es gibt verschiedene Strategien, nach denen man sich Aktien aussuchen kann:

  • Buy and Hold – also Kaufen und einfach abwarten
  • Dividendenstrategie – Aktien die eine gute Dividende bezahlen (Zurich Insurance, Shell oder BASF)
  • Oder ganz einfach Aktien von Unternehmen, die man persönlich mag und die man so schon mit seinem Kaufverhalten unterstützt (Coca Cola, H&M oder Nike)

Achtung! Bei den Aktien oben handelt es sich um Beispiele und keine Kaufempfehlung!

Wichtig ist, dass du das gewählte Unternehmen vor dem Kauf gut kennst. Schau dir auch den Ausblick genau an. Den Kennzahlen sind gut, sie bilden aber nur die Vergangenheit ab. Investiere nur in Firmen, an die du glaubst und die eine Zukunft haben. Im Moment laufen die Aktien der Technologie-Konzerne sehr gut. Durch den Coronavirus hat sich abgezeichnet, wie stark wir von den neuen Technologien abhängig sind und wie viel Potenzial es gibt. Deshalb waren Apple, Microsoft und andere ähnliche Unternehmen die Gewinner der Krise. Wenn du eine Nische gut kennst, kann das auch eine Einstiegsmöglichkeit sein. Dann hast du Wissen, dass nicht jeder hat und das kannst du ausnutzen. Ansonsten halte es wie Warren Buffet: Investiere nur in Unternehmen, die du verstehst!

Beim Suchen von Aktien sind mir folgende Dinge wichtig: KGV (je niedriger desto besser), die Dividendenhöhe, die Liquidität und das Businessmodell. Als Inspiration halte ich im Alltag die Augen offen. Die einfachsten, stabilsten und sichersten Aktien sind eigentlich ganz langweilig. Deshalb sind auch die Produkte in unserem Alltag gegenwärtig. Samsung, Logitech, Emmi, McDonalds oder Lonza kennt jedes Kind und waren in der Vergangenheit sichere Investitionen.

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Kaufen und investieren

Du hast nun ein Produkt ausgesucht, in das du investieren möchtest. Glückwunsch! Du kannst die Aktie oder den ETF nun bei deiner Bank kaufen. Danach landet die Wertschrift in deinem Depot.

Du kannst Aktien und ETFs an verschiedenen Börsenplätzen kaufen. Also an verschiedenen Börsen. So wird beispielsweise die Coca Cola-Aktie am New York Stock Exchange gehandelt aber auch an der Xetra in Deutschland in Euro und an der SIX in der Schweiz in Schweizer Franken. Die Kurse weichen dabei leicht voneinander ab. Dies auch, weil aufgrund der Zeitverschiebung nicht alle Börsen gleichzeitig geöffnet sind. Als einfache Faustregel nehme ich die Heimatbörse des Unternehmens und die Börse sollte zum Zeitpunkt des Kaufes geöffnet sein.

Beim Kauf von Wertschriften fallen Gebühren an und diese sind je nach Bank unterschiedlich hoch. Leider ist es sehr intransparent, welche Kosten und in welcher Höhe genau anfallen. Die folgenden Dinge musst du immer einkalkulieren:

  • Transaktionsgebühren (Courtagen) – Gebühren der Bank für die Durchführung der Transaktion. Können pauschal oder prozentual sein.
  • Börsengebühren – Werden meist zusätzlich zur Courtage berechnet und variieren stark abhängig vom Handelsplatz, Wertschriftentyp und Volumen der Transaktion. Es herrscht hier grosse Intransparenz und leider findet man dazu auf den Websiten der Banken meist keine genauen Angaben.
  • Staatliche Gebühren (Stempelsteuer) – Von der Eidgenössischen Steuerverwaltung erhobene Steuer auf den Wertschriftenhandel.
  • Wechselkurskosten

Bevor du auf «Kaufen» klickst, wird dir bei deinem Broker der Totalpreis angezeigt. Dieser beinhaltet alle Gebühren.

Nun bist du also Investorin! 😊 Halte die Wertschrift so lange, wie du es in deiner Strategie festgelegt hast. Wenn du für die Altersvorsorge sparst, könntest du auch einige Jahre in den Winterschlaf und erst danach den Kurs wieder prüfen. Wenn du auf eine hohe Dividende aus bist, wirst du nun regelmässig Geld auf deinem Depot gutgeschrieben erhalten.

Ich persönlich schaffe es nicht, mein Depot nicht regelmässig anzuschauen. Es macht mir viel zu viel Spass, das Geschehen an der Börse zu verfolgen. Das kann aber sehr nervenaufreibend sein, da es ein tägliches auf- und ab ist. Wenn die nächste Krise ansteht, und die kommt bestimmt, lasse dich einfach nicht aus der Ruhe bringen und halte an deiner Strategie fest. Wenn du dein Ziel kennst und weisst, wie du handeln musst, um es zu erreichen, wirst du einen Rücksetzer aushalten können.

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