Geld anlegen – eine Anleitung für Anfängerinnen

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  • Beitrag zuletzt geändert am:Mai 26, 2024

Der Start – So legst du dein Geld an!

Wenn du hier angelangt bist, hoffe ich, dass du dir schon einige Gedanken zum Thema Geld anlegen und Investieren gemacht hast. Du hast dir über das richtige Mindset und deine Bereitschaft Risiko einzugehen, Gedanken gemacht. Dein Notgroschen ist angespart und deine Finanzen sind aufgeräumt. Dann steht dem Anlegen nichts mehr im Weg!

Die vorherigen Schritte sind jedoch extrem wichtig, damit du keinen Schiffbruch an der Börse erleidest. Investieren ist kein Hexenwerk, es benötigt aber Wissen rund um die Börse und deine eigenen Finanzen. Du brauchst dazu aber nicht zwingend einen Berater. Wichtiger ist, dass du ein Grundwissen über Finanzen hast und die Verantwortung für dein Geld übernimmst!

Inhaltsverzeichnis

Ziel festlegen

Jeder Weg ist einfacher, wenn das Ziel bekannt ist. Sparst du fürs Alter oder für die Ausbildung deiner Kinder? Ich verfolge ja eine langfristige Strategie und lege über 20 bis 30 Jahre an. Wenn du für kurzfristigere Ziele sparst, also Dinge unter 10 Jahren, ist es mehr Zockerei als Investieren 😉 Ich investiere nur Geld, dass ich für längere Zeit nicht benötige. So macht mich ein schwacher Kurs über eine gewisse Zeit auch nicht wahnsinnig. Ich mache ja noch keine Verluste. Erst wenn ich ein Wertpapier für weniger Geld verkaufe, als ich es gekauft habe, realisiere ich einen Verlust!

Lege ein messbares Ziel fest.

Zum Beispiel: Ich möchte mich mit 62 Jahren pensionieren lassen und bis dahin eine halbe Million Franken in meinem Depot haben. Bis dahin muss ich jeden Monat 500 Franken investieren.

Wenn du dieses Bild vor Augen hast, fällt es dir leichter, manchmal auf Konsum zu verzichten, um mehr Geld anlegen zu können. In Turblunten Börsenzeiten (und diese kommen immer wieder) an deiner Strategie festhalten ist ebenfalls einfacher, wenn du weisst, warum du es tust.

Ein Depot eröffnen

In einem ersten Schritt musst du ein Depot für deine Wertschriften eröffnen. Was ein Depot ist, habe ich hier erklärt. Es lohnt sich beim Wertschriftendepot die Preise der verschiedenen Anbieter genau zu vergleichen. Die meisten traditionellen Banken erheben hohe Gebühren für Aufträge (also das Kaufen oder Verkaufen von Wertpapieren) sowie auch für die Kontoführung und das Depot.

Falls du dich für die richtige Wahl deines Depots interessierst, habe ich einen Brokervergleich zwischen den Anbietern angestellt, die ich selbst benütze. Damit du die richtige Wahl für dich treffen kannst, lohnt es sich, wenn du dir vorher einige Gedanken machst:

  • Möchtest du Aktien im Aktienregister eintragen?
  • Wäre es für dich akzeptabel, wenn die Bank im Ausland ist und dein Geld somit unter fremdem Recht liegt?
  • Möchtest einen Sparplan?
  • Wie viel Geld möchtest du investieren?

Produkte auswählen

Nun geht es daran, Wertschriften zu finden, die zu dir und deiner Strategie passen. Die erste Frage ist, ob du in einen ETF oder in Einzelaktien investieren möchtest. Falls dir das zu schnell geht: Hier habe ich jeweils erklärt, was ein ETF und eine Aktie ist.

In einen ETF investieren

Der ETF bringt dir ganz einfach eine grosse Diversifikation. Du kannst aber viel weniger bestimmen, in welche Unternehmen du investierst. Wenn du beispielsweise nachhaltig investieren möchtest und bestimmte Aktien für dich nicht in Frage kommen, kannst du nicht einfach in den gesamten SMI investieren, da dort z.B. Nestlé dabei ist. Für die Suche nach ETFs benütze ich justetf.com. Dort kann man ETFs nach allen möglichen Kriterien filtern. Dabei ist auch ein Filter für Nachhaltigkeit.

justetf nachhaltig

Für mich wichtige Kriterien bei einem ETF sind:

  • TER (Total Expense Ratio, also die Kosten, die jährlich für den ETF anfallen)
  • Diversifikation (Wie viele und welche Firmen machen den grössten Teil des ETFs aus? Wenn du beispielsweise nur in die Schweiz investieren möchtest, machen Nestlé, Novartis und Roché zusammen schon über 50% des Portfolios aus. Das führt zu einem Klumpenrisiko.)
  • Ausschüttungsart (Thesaurierend oder Ausschüttend)
  • Fondsdomizil (aus Steuergründen in Irland oder Luxemburg)

Daneben gibt es natürlich eine Vielzahl an Kennzahlen, die du im Factsheet des ETFs findest. Es lohnt sich, diese genau anzusehen und zu verstehen. Bei einem ETF ist eine langfristige Denkweise wichtig. Dein ETF wird nicht morgen plötzlich doppelt so viel Wert sein. Die Diversifikation federt negativ aber halt auch positive Ausbrüche ab. In der Vergangenheit war die Rendite durchschnittlich 7%, da die Märkte über Jahrzehnte hinweg betrachtet, jedes Jahr wachsen. Jedoch haben auch ETFs negative Jahre. Ein ETF ist ein einfaches Produkt, um kinderleicht in einen ganzen Markt zu investieren und du brauchst dafür keinen teuren Finanzexperten.

In eine Einzelaktie investieren

Wenn du dich für Einzelaktien entscheidest, solltest du das Unternehmen, an dem du interessiert bist, genau analysieren. Höre nicht auf Tipps, die im Internet kursieren! Du bist für deine Investitionen verantwortlich, darum prüfe genau, was du kaufst!

Es gibt verschiedene Strategien, nach denen man sich Aktien aussuchen kann:

  • Buy and Hold – also Kaufen und einfach abwarten
  • Dividendenstrategie – Aktien die eine gute Dividende bezahlen (Versicherungen, Banken oder Tabakunternehmen)
  • Oder ganz einfach Aktien von Unternehmen, die man persönlich mag und die man so schon mit seinem Kaufverhalten unterstützt (Coca Cola, H&M oder Nike). Aber vergiss nicht, dir die Kennzahlen des Unternehmens anzuschauen!

Achtung! Bei den Aktien oben handelt es sich um Beispiele und keine Kaufempfehlung!

Wichtig ist, dass du das gewählte Unternehmen vor dem Kauf gut kennst. Schau dir auch den Ausblick genau an. Den Kennzahlen sind gut, sie bilden aber nur die Vergangenheit ab. Investiere nur in Firmen, an die du glaubst und die eine Zukunft haben. Seit Jahren laufen die Aktien der Technologie-Konzerne sehr gut. Durch den Coronavirus hat sich abgezeichnet, wie stark wir von den neuen Technologien abhängig sind und wie viel Potenzial es gibt. Deshalb waren Apple, Microsoft und andere ähnliche Unternehmen die Gewinner der Krise. Wenn du eine Nische gut kennst, kann das auch eine Einstiegsmöglichkeit sein. Dann hast du Wissen, dass nicht jeder hat und das kannst du ausnutzen. Ansonsten halte es wie Warren Buffet: Investiere nur in Unternehmen, die du verstehst!

Beim Suchen von Aktien sind mir folgende Dinge wichtig: KGV (je niedriger desto besser), die Dividendenhöhe, die Liquidität und das Businessmodell. Als Inspiration halte ich im Alltag die Augen offen. Die einfachsten, stabilsten und sichersten Aktien sind eigentlich ganz langweilig. Deshalb sind auch die Produkte in unserem Alltag gegenwärtig. Logitech, Roche, Emmi, McDonalds oder Lonza kennt jedes Kind und waren in der Vergangenheit solide Investitionen.

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Kaufen und investieren

Du hast nun ein Produkt ausgesucht, in das du investieren möchtest. Glückwunsch! Du kannst die Aktie oder den ETF nun bei deiner Bank kaufen. Danach landet die Wertschrift in deinem Depot.

Du kannst Aktien und ETFs an verschiedenen Börsenplätzen kaufen. Also an verschiedenen Börsen. So wird beispielsweise die Coca Cola-Aktie am New York Stock Exchange gehandelt aber auch an der Xetra in Deutschland in Euro und an der SIX in der Schweiz in Schweizer Franken. Die Kurse weichen dabei leicht voneinander ab. Dies auch, weil aufgrund der Zeitverschiebung nicht alle Börsen gleichzeitig geöffnet sind. Als einfache Faustregel nehme ich die Heimatbörse des Unternehmens und die Börse sollte zum Zeitpunkt des Kaufes geöffnet sein.

Beim Kauf von Wertschriften fallen Gebühren an und diese sind je nach Bank unterschiedlich hoch. Leider ist es sehr intransparent, welche Kosten und in welcher Höhe genau anfallen. Die folgenden Dinge musst du immer einkalkulieren:

  • Transaktionsgebühren (Courtagen) – Gebühren der Bank für die Durchführung der Transaktion. Können pauschal oder prozentual sein.
  • Börsengebühren – Werden meist zusätzlich zur Courtage berechnet und variieren stark abhängig vom Handelsplatz, Wertschriftentyp und Volumen der Transaktion. Es herrscht hier grosse Intransparenz und leider findet man dazu auf den Websiten der Banken meist keine genauen Angaben.
  • Staatliche Gebühren (Stempelsteuer) – Von der Eidgenössischen Steuerverwaltung erhobene Steuer auf den Wertschriftenhandel.
  • Wechselkurskosten

Bevor du auf «Kaufen» klickst, wird dir bei deinem Broker der Totalpreis angezeigt. Dieser beinhaltet alle Gebühren.

Jetzt bist du Investorin

Nun bist du also Investorin! 😊 Halte die Wertschrift so lange, wie du es in deiner Strategie festgelegt hast. Wenn du für die Altersvorsorge sparst, könntest du auch einige Jahre in den Winterschlaf und erst danach den Kurs wieder prüfen. Wenn du auf eine hohe Dividende aus bist, wirst du nun regelmässig Geld auf deinem Depot gutgeschrieben erhalten.

Ich persönlich schaffe es nicht, mein Depot nicht regelmässig anzuschauen. Es macht mir viel zu viel Spass, das Geschehen an der Börse zu verfolgen. Das kann aber sehr nervenaufreibend sein, da es ein tägliches auf- und ab ist. Wenn die nächste Krise ansteht, und die kommt bestimmt, lasse dich einfach nicht aus der Ruhe bringen und halte an deiner Strategie fest. Wenn du dein Ziel kennst und weisst, wie du handeln musst, um es zu erreichen, wirst du einen Rücksetzer aushalten können.

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