Investieren in Aktien

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Den Begriff Aktie hat jede Frau sicher schon gehört. Oft werden, gerade in Männerrunden, die letzten Aktienkäufe und Gewinne diskutiert. Unter Frauen ist das Thema weit weniger beliebt. Die Finanzwelt benutzt sehr viele Fachausdrücke und drückt sich oft umständlich aus. Das muss es aber nicht sein. Deshalb kommt hier eine einfache Erklärung, was Aktien überhaupt sind. Wo kaufe ich den eine Aktie? Was ist die Dividende? So viele Fragen aber eines vorneweg, es ist überhaupt nicht kompliziert, sein Geld in Aktien anzulegen.

Was sind Aktien?

Eine Einzelaktie ist ein Anteilsschein an einem Unternehmen, das eine Aktiengesellschaft (AG) ist. Du besitzt damit einen kleinen Teil an diesem Unternehmen. So nimmst du direkt am Gewinn oder Verlust des Geschäfts teil. Aktien werden an der Börse gehandelt. Die Börse ist der Handelsplatz, wo Angebot und Nachfrage an einer Aktie zusammenkommen. Der Preis einer Aktie unterliegt täglichen Schwankungen und man spricht vom Aktienkurs. Der Aktienkurs ist unvorhersehbar. Der Geschäftsgang und die Aussichten haben einen grossen Einfluss aber auch die Politik und die Lage der Welt. Der Coronavirus hat zum Beispiel die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Man spricht dann von einer Krise. Danach setzte eine rasche Erholung ein. Dieses auf und ab gehört an der Börse dazu und man muss eine Strategie entwickeln, damit umzugehen.

Die meisten der grössten Unternehmen der Welt sind Aktiengesellschaften. Du kannst also kleine Teile deiner Lieblingsfirmen besitzen: Coca Cola, Louis Vuitton (LVMH), Lufthansa oder Swatch.

Verschiedene Arten von Aktien

Mit Namensaktien von Schweizer Unternehmen bist du dazu berechtigt, an der Generalversammlung (GV) teilzunehmen. Du kannst dich ins Aktienregister eintragen lassen. So weiss das Unternehmen deinen Namen und deine Adresse. Dies ist freiwillig, aber nötig, wenn du die Einladung an die GV erhalten möchtest. Dort gibt es nicht nur einen Apéro, du kannst auch das Management treffen, Fragen stellen und es wird über die Jahresrechnung und die Entlöhnung des Verwaltungsrats abgestimmt. Mit Namensaktien erhältst du die Dividende. Eine Stammaktie kann jederzeit verkauft werden.

International die meistgehandelte Aktie ist die Inhaberaktie. Diese ist komplett anonym und du kannst sie ohne Einschränkungen handeln und formlos übertragen. Du erhältst ebenfalls eine Dividende, wenn das Unternehmen eine ausbezahlt.

Vorzugsaktien haben bestimmte Vorzüge, die in den Statuten festgelegt sind. Das kann eine stärkere Stimmkraft (zum Beispiel für den Gründer) oder Recht auf mehr Dividende sein. Ihnen gegenüber steht die Stammaktie.

Partizipationsscheine geben dem Besitzer das Recht auf Dividende, haben aber kein Stimmrecht.

Was ist die Dividende?

Läuft das Geschäft gut, zahlen viele Unternehmen einen Teil des Gewinns an die Aktionärinnen aus. Das nennt sich Dividende. Die meisten Unternehmen setzen auf Wachstum und wollen, dass ihr Aktienpreis steigt. Somit profitiert man im besten Fall gleich doppelt: Man erhält jedes Jahr die Dividende ausbezahlt und wenn du die Aktie verkaufst, machst du Gewinn, da der Aktienkurs über die Zeit gestiegen ist.

Dividenden sind aber nie garantiert! Ein Unternehmen kann bei schlechtem Geschäftsgang die Dividende jederzeit streichen.

Dividenden müssen in den meisten Ländern versteuert werden. In der Schweiz werden automatisch 35% Verrechnungssteuer abgezogen und du erhältst diese wieder zurück, wenn du die Dividenden bei der Steuererklärung angibst. Steuerbefreit sind Aktien aus Grossbritannien und Australien. Deutschland und die USA haben jeweils 26,375% respektive 30%, wovon 15% leicht über die Steuererklärung zurückgefordert werden können und der zweite Teil direkt beim entsprechenden Land eingefordert werden muss.

Teure und günstige Aktien

Ob eine Aktie teuer ist, kann man nicht am Kurs alleine ablesen. Dazu braucht es zusätzliche Kennzahlen, wie den Kurs im Verhältnis zum Gewinn oder den Umsatz pro Aktie. So siehst du das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis. Diese Kennzahlen kannst du mit ähnlichen Unternehmen vergleichen, um abzuschätzen, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist. Mir ist die Prognose, also der Ausblick für dieses Unternehmen und die gesamte Branche auch sehr wichtig. Kennzahlen zeigen nur die Vergangenheit.

Es gibt viele Aktienbewertungen im Internet. Einige sind frei zugänglich, andere haben kostenpflichtige Abos. Auch auf YouTube gibt es viele Aktienanalysen, die qualitativ gut sind. Ich hole meine Informationen bei AlleAktien, Swissquote (hat ein gratis Magazin für Kunden) und auf YouTube mag ich «Aktien mit Kopf». Ein Schweizer Blog den ich sehr mag ist Simple Money. Die Unternehmenswebsites führen unter Investor Relations viele gute Informationen und alle Finanzzahlen auf. Diese lese ich mir ebenfalls durch.

   Simple Money Blog

 

Wie finde ich eine passende Aktie?

Es gibt unzählige Möglichkeiten und Kriterien, passende Aktien zu finden. Du kannst in Unternehmen investieren, die dir selbst sympathisch sind, mit denen du gute Erfahrung hast oder die du unterstützenswert findest. Es gibt auch die Möglichkeit, in nachhaltige Unternehmen zu investieren und somit einen Beitrag zu leisten, dass diese Unternehmen Kapital erhalten und ihr Geschäft expandieren können. Mir hat es geholfen, im Alltag die Augen offen zu halten. Ich bin auf verschiedene Unternehmen gestossen, die ich gut finde und von deren Produkt ich überzeugt bin. Danach habe ich mich immer gefragt, ob das Unternehmen in 50 Jahren noch existiert. Denn ich plane langfristig zu investieren.

Hier ein paar Beispiele von mir, an Unternehmen, die ich durch meinen Alltag gefunden habe und deren Aktien ich nun besitze, weil ich das Geschäftsmodell zukunftsträchtig halte und von den Produkten überzeugt bin:

  • Disney
  • Adidas
  • McDonalds (das Essen ist eine Sache aber das Geschäftsmodell mit Franchise und Immobilien ist definitiv besser!)
  • Unilever

Mir war es wichtig, dass ich Unternehmen wähle, die nicht nur jetzt gerade total trendy sind, sondern sich schon bewährt haben und noch lange auf dem Markt sein werden. Wenn ich als Konsumentin nun Produkte dieser Unternehmen kaufe, unterstütze ich weit weg auch noch mich selber als Aktionärin dieser Unternehmen 😊 Ein weiterer Punkt ist, dass du deine Aktien breit streust. Also gut diversifizierst, damit du im Falle eines Crashes einer Branche, zum Beispiel der Reisebranche, nicht einen Grossteil deines Depots im Minus hast. Praktisch gesagt, kauf dir Aktien aus allen Branchen (zur Inspiration: Pharma, Technologie, Unterhaltung, täglicher Konsum, Bank & Versicherung, Automobil, Immobilien, Industrie, etc.).

Egal wie du eine Aktie findest, vergiss nicht, diese genau zu analysieren und die Kennzahlen zu studieren. Es gibt viele Möglichkeiten der Unternehmensanalyse. Wichtig ist, dass du diese selbst vornimmst und nicht einem (überteuerten) Trend hinterherrennst. Du alleine trägst die Verantwortung dafür, was du kaufst!

Wenn dir das etwas zu kompliziert und zu viel Analyse ist, bist du vielleicht mit einem ETF besser bedient. Da musst du nur einen ETF auswählen und bist danach direkt breit diversifiziert, was das Risiko enorm reduziert und den Aufwand, die verschiedenen Unternehmen zu kennen und auf dem Laufenden zu bleiben, stark reduziert.

Definiere eine Anlagestrategie

Wie oben schon kurz erwähnt, ist es wichtig, dass die Aktien zu deiner Anlagestrategie passen. Die Anlagestrategie verdient einen eigenen Artikel, deshalb gehe ich hier nur auf die sehr einfache Methode des «buy and hold» ein. Also eine langfristige Strategie, bei der man Aktien von guten Unternehmen kauft und daran glaubt, dass diese über die nächsten 10-20 Jahre steigen. Diese Strategie ist wenig risikoreich, da historisch gesehen, die Aktienpreise über die Jahre kontinuierlich steigen. Sie macht dich aber auch nicht über Nacht zum Millionär. Bei dieser Strategie geht es nicht darum zu spekulieren, welches neue coole Unternehmen bald doppelt so viel Wert sein wird. Man investiert in eher langweilige Aktien von Traditionsunternehmen wie Coca Cola oder in die Pharmabranche, wo man stetig Gewinnzuwachs hat. Über die Jahre kumuliert ist das dann aber ein sehr schöner Zuwachs und lohnt sich sehr! Durchschnittlich gewinnt eine Aktie pro Jahr an ca. 5-7%. Dies über eine lange Zeitdauer plus die Dividenden, ergibt dann eine schöne Summe. Aber es geht halt langsamer, als wenn du Apple, Amazon oder Tesla hast, die sich innert kürzester Zeit verdoppeln. Natürlich kann es sein, dass du auch so eine Aktie im Depot hast. Auch diese wird dann stur gehalten und nicht verkauft, wenn hohe Gewinne locken.

Bei dieser Strategie gibt es eine grosse Schwierigkeit. Und zwar muss man Schwächen in den Kursen aber auch im gesamten Markt aushalten können. Es kann durchaus sein, dass dein ganzes Depot ins Minus rutscht, weil die Börse in einer Krise ist. Hier wieder Corona als Beispiel oder auch die Finanzkrise von 2008. Die nächste Krise kommt bestimmt! Dann heisst es einen kühlen Kopf bewahren und mit den Verlusten leben. Historisch gesehen, wurden diese negativen Zeiten immer wieder von neuen Hochs ausgebügelt. Psychologisch gesehen, ist es aber eine grosse Herausforderung zuzusehen, wie man Geld verliert. Am besten die Krise einfach nutzen, um günstige neue Qualitätsaktien zu kaufen, die vorher zu teuer waren!

Wo kaufe ich eine Aktie?

Eine Aktie kaufst du über deinen Broker. Ein Broker ist wie eine Bank. Dort hast du dein Aktiendepot. Stell es dir wie ein normales Konto bei deiner Bank vor. Dort lagern deine Aktien anstatt Geld. Dein Depot kann bei deiner Hausbank oder bei einem Online-Broker sein. Letzteres ist von den Gebühren her interessanter. Ich bin bei Swissquote* und sehr zufrieden (mit meinem Code erhältst du CHF 100.- in Trading Fees geschenkt). Das Thema Depot habe ich hier genauer erklärt.

Die Trading Fees, auch Courtagen genannt, sind die Gebühren, die dir beim Kauf oder Verkauf einer Aktie belastet werden. Die Courtagen werden üblicherweise für jede Transaktion (Kauf oder Verkauf) fällig und können in % oder absolut aufgeführt werden.

Fazit über Aktien

  • Direktes Investieren in beliebten Unternehmen möglich
  • Gewinn durch Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen
  • Starke Kursschwankungen führen zu Gewinnen oder Verlusten
  • Höherer Profit als auf dem Sparkonto
  • Für jede Investorin gibt es die passende Strategie
  • Risiko (bis zum Totalverlust)
  • Keine garantierten Gewinne

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. chwilówki online

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