Langfristiger Mindset

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Warum ein langfristiger Mindset wichtig ist

Langfristige Investorinnen – nicht Zockerinnen!

Ich schreibe hier mehrheitlich über meine Erfahrungen. Ich bin langfristige Anlegerin und investiere, was übrig bleibt. Also keine Schulden, Notgroschen ist aufgebaut, Altersvorsorge ist organisiert und danach investiere ich an der Börse. Die Säule 3a habe ich ebenfalls in Wertpapieren aber das ist ein grösseres separates Thema.

Nachdem also diese Posten abgehakt sind, lege ich Geld langfristig an, weil ich so das Geld vermehre. Auf dem Sparkonto ist nur der Notgroschen, weil das Geld dort der Inflation zum Opfer fällt. Warum schreibe ich hier dauernd von langfristig? Weil die Börse langfristig gesehen immer nach oben geht und immer Gewinne macht. Jedoch muss ich dafür auch Tiefs aussitzen können. Wenn ich plötzlich dringend Geld benötige und die Börse ist am Boden, dann muss ich mit Verlust verkaufen. Wenn ich das Geld nicht benötige, warte ich einfach ab, bis meine Aktien oder ETFs wieder im Plus sind.

Wer mindestens 15 Jahre lang in einen ETF auf den MSCI-World investiert war (unabhängig vom Einstiegszeitpunkt), hat nie Geld verloren. Je kürzer die Haltedauer, desto höher sind die Verlustwahrscheinlichkeiten. Die meisten erfolgreichen Investorinnen setzen auf die sogenannte Buy-and-Hold-Strategie. Kaufen und langfristig halten! Der durchschnittliche jährliche Wertzuwachs einer Anlage am Schweizer Aktienmarkt lag im Zeitraum von Anfang 1926 bis Ende 2020 bei circa 7,8 Prozent (Quelle: cash.ch). Das heisst für dich, dass du mit einem ETF, der den SMI abbildet, durchschnittlich jedes Jahr 7,8% Gewinn gemacht hättest. Verglichen dazu lag die durchschnittliche Inflationsrate der Schweiz von 1979 bis 2019 bei 1,7 % pro Jahr (Quelle: laenderdaten.info). Somit hat das Geld auf dem Sparkonto jährlich um 1,7% an Wert verloren.

Der langfristige Mindset – mit viel Geduld und Ausdauer

Time in the market beats market timing. Auf Deutsch: Zeit im Markt schlägt Zeitpunkt und bedeutet, dass es wichtiger ist, seine Anlagen lange zu halten anstatt zu versuchen, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Dies ist ein wichtiger Grundsatz, den es zu kennen gilt. Ein langfristiger Mindset hilft dabei. Geduld ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Investieren. Fast alle Entscheidungen werden an der Börse aufgrund psychologischer Einflüsse getroffen – oftmals Angst und Gier. Was Studien zeigen ist, dass ein langfristiger Anlagehorizont und Ausdauer an der Börse belohnt werden.

Wichtige Fakten, die zeigen, wie wichtig ein langfristiger Mindset beim Investieren ist:

  • Global haben Aktien in 74 Prozent aller Jahre positiv performt.
  • Das Risiko eines Verlustes nimmt dramatisch ab, je länger der Anlagehorizont ist. Nach zehn Jahren ist das Risiko einer negativen Performance deines Portfolios bei nahezu null. Ein diversifiziertes Portfolio reduziert das Risiko zusätzlich.
  • Viele Änderungen im Depot sollten vermieden werden. Sie kosten hohe Gebühren.
  • Die Volatilität der Finanzmärkte ist ähnlich wie in früheren Zeiten. Die üblichen täglichen Schwankungen gleichen sich über die Zeit aus. Seit 1935 erlebten US-Aktien Schwankungen von bis zu +/-2% pro Monat. Sie erzielten damit einen kumulierten Wertzuwachs von über 25’000 Prozent.

Daraus lässt sich schliessen, dass langfristig die Chancen die Risiken deutlich überwiegen und das heute immer der beste Tag ist, um mit dem Investieren anzufangen!

Setze dir ein Ziel

Wie überall im Leben hilft es auch beim Investieren, sich verbindliche Ziele zu setzen. Diese sollten realistisch und an einen Zeitraum gebunden sein. Nur wenn man sich Ziele setzt, werden diese konkret, handfest, umsetzbar.

Hier ein paar Tipps zur Zielsetzung, wenn du mit dem Investieren anfängst:

  1. Setze konkrete Ziele, am besten runtergebrochen auf den Monat.
  2. Die Ziele müssen realistisch und dabei aber auch herausfordernd sein.
  3. Lege fest, warum du das tust. Was ist das übergeordnete Ziel?
  4. Schreibe alles auf!
  5. Emotionale Ziele wirken besser.
  6. Bleibe flexibel und plane Korrekturen mit ein.

Wie Glaubenssätze deinen Mindset langfristig beeinflussen

Wenn es um Geld geht, gibt es viele tief verankerte Glaubenssätze, die uns daran hindern, erfolgreich mit Geld umzugehen oder unsere Gewohnheiten zu ändern. Um langfristig den richtigen Mindset zu haben, musst du diese kennen und ändern.

“Geld macht nicht glücklich” ist einer davon. Aber nun mal ehrlich, ohne Geld ist das Leben auch nicht besser. Geld macht zwar nicht glücklich aber es löst viele Probleme und macht das Leben angenehmer. Was der Satz stark beinhaltet, ist die Abwertung von Geld. Unbewusst nehmen wir wahr, dass Geld etwas schlechtes ist. Geld gehört zur Gesellschaft wie Essen und Trinken. Und ohne das können wir nicht leben. Es gibt einen lustigen Spruch von Marcel Reich-Ranicki (Deutscher Schriftsteller):

“Geld macht nicht glücklich, aber es weint sich im Taxi leichter als in der U-Bahn”.

Es gibt unzählige weitere solche limitierenden Glaubenssätze:

  • Geld wächst nicht auf Bäumen
  • Geld kommt durch harte Arbeit
  • Geld verdirbt den Charakter
  • Geld regiert die Welt
  • Geld zerrinnt mir zwischen den Fingern

Werde negative Glaubenssätze los!

Versuche, deine Glaubenssätze in etwas positiveres umzuwandeln, den der richtige Mindset ist im Umgang mit Geld genauso wichtig, wie wenn man für ein anderes wichtiges Ziel arbeitet. Ein Sportler formuliert sich auch ein positives Ziel für das nächste Spiel!

Es gibt verschiedene Techniken, solche Glaubenssätze aufzulösen. Du kannst den Glaubenssatz hinterfragen. Ist das tatsächlich so? Zum Beispiel könnte man sagen, Geld ermöglicht mir, für mich und meine Familie zu sorgen und mich abzusichern. Mit Geld muss ich mir weniger Sorgen machen.

Versuche einen Schritt zurückzugehen und überlege dir, wie du zu Geld stehst. Mach dir dazu gerne ein paar Notizen oder ein Mindmap. Füge noch hinzu, wie wichtig dir Geld ist und wie du deiner Meinung nach mit Geld umgehst. Nun überlege dir, wie dich das fühlen lässt. Was löst es in dir aus? Danach denke darüber nach, ob es den ganz faktisch gesehen auch wahr ist. Weisst du mit Sicherheit, dass es wahr ist? Und wer wärst du, wenn du anders denken würdest? Danach kannst du versuchen, das positive in den Gedanken zu sehen. Zum Beispiel gibt dir Geld Freiheit. Freiheit zu tun, was du willst oder zu reisen.

Glaubenssätze loszuwerden hat nichts mit Esoterik zu tun! Sie sind tief in uns verankert und wir bemerken gar nicht, dass sie uns negativ (oder positiv) beeinflussen. Durch einen stetigen Prozess und Arbeit am Mindset, kann man sich den Glaubenssätzen bewusst werden und diese verändern. Beschäftige dich damit, dass Geld auch Gutes bewirken kann und dass einzelne Individuen auch sehr viel Geld verdienen können, ohne zu betrügen oder schlechte Menschen zu sein.

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