Wie du richtig sparst

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Einfach monatlich Geld sparen

Ein Thema, das auf den ersten Blick sehr einfach erscheint. Wir wissen doch alle, was zu tun ist. Internationale Studien zeigen, dass Frauen die besseren Sparer sind als Männer. Wir reden hier nur vom Sparen, nicht vom Investieren. Also einfach von dem Geld, das du auf dem Konto liegen hast. In Gesprächen mit Freundinnen habe ich aber festgestellt, dass die Art wie Sparen aufgefasst wird sehr unterschiedlich ist. Es wird sehr verschieden gespart (wenn überhaupt!) und der Ruf, viel Geld für Unnötiges auszugeben, geht Frauen nach. Dinge wie Notgroschen, Budget und verschiedene Sparkonten sind nicht bei allen selbstverständlich. Deshalb möchte ich hier teilen, wie ich das ganz persönlich mache. Die Umsetzung ist übrigens geschlechtsneutral und kann für Frauen und Männer genau gleich gut angewendet werden.

Erhalte einen Überblick über deinen Finanzen: Ein Budget erstellen

Sehr früh hat mich meine Mutter immer mit Tabellen und Budgets genervt. Wir hatten viele Gespräche darüber, da ich bereits mit 11 Jahren mein Geld für Kleider, Hygieneartikel, Freizeit und Vergnügen selbst verwalten durfte. Zusätzlich hatte ich immer kleine Jobs, die summiert doch einiges eingebracht haben. Wir sassen also vor Tabellen und haben aufgeschrieben, wie viel ein Besuch beim Coiffeur kostet oder eine neue Winterjacke. Ich fand es wenig spannend und sehr abstrakt. Trotzdem ist genau dies der Anfang beim Sparen. Du musst deine Ausgaben kennen! Dafür hilft einerseits ein Budget und anderseits, wenn du deine Ausgaben notierst. Für das Budget habe ich hier eine Vorlage für dich erstellt. Zusätzlich gibt es super Tipps bei der Budgetberatung Schweiz. Um deine Ausgaben zu tracken, kannst du klassisch alles in ein Milchbüechli eintragen oder Apps wie Wallet von Budgetbakers oder SayMoney – Haushaltsbuch verwenden.

Selma Finance

Warum ist es so wichtig, deine Ausgaben zu kennen?

Wenn du alle deine Fixkosten kennst, weisst du, wie viel Geld zum Sparen übrig bleibt. Trage alle Kosten in eine Tabelle in verschiedene Kategorien ein. Heraus kommt der Teil deines Einkommens, über den du frei verfügen kannst. Nun kannst du diesen Betrag einteilen. Entscheide wie viel du für Vergnügen, Konsum und Sparen ausgeben willst.

Die Fixkosten haben wir nun im Budget verankert. Wohin geht den der Rest meines Geldes tatsächlich? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt es sich zwei bis drei Monate alle Ausgaben aufzuschreiben. So kannst du nicht nur verlässliche Zahlen für dein Budget gewinnen, du wirst auch einige Aha-Momente haben. Das Aufschreiben der Ausgaben dient hauptsächlich dazu, dass du Achtsamer wirst beim Ausgeben deines Geldes, einen Überblick über deine alltäglichen Kosten hast und Sparpotenziale entdeckst. Passe dein Budget entsprechend der gewonnenen Zahlen an oder die bessere Option: Passe dein Ausgabeverhalten so an, dass es zu deinem Budget passt.

Die variablen Kosten unterschätzen wir meist. Hier ein Kaffee, ein Sandwich, da ein Zugticket und ein neues T-Shirt. Die kleinen täglichen Ausgaben summieren sich und wenn du hier die Kontrolle erlangst, hast du grosses Sparpotenzial. Wie im vorherigen Abschnitt schon beschrieben, hilft dabei das führen eines Haushaltsbuch oder Milchbüechli sehr.

Verschiedene Konten, um das Sparen erleichtern

Hier kommt nun ein persönlicher Trick von mir, wie ich mich selbst überliste. Ich arbeite mit was ich das mehrere-Konten-Prinzip nenne. Hier findest du einen ausführlichen Artikel über das Thema. Ich werde mich deshalb in diesem Artikel kurzfassen.

Ich habe bei meiner Bank ein Konto, auf dem mein Lohn eintrifft. Von diesem geht ein Teil per Dauerauftrag auf ein Sparkonto für die Steuern und ein weiterer auf ein Sparkonto für grössere Anschaffungen, Ferien oder andere nicht monatliche Ausgaben. All diese drei Konten sind bei derselben Bank. Ein letzter Teil geht auf ein Konto bei einer anderen Bank. Dies ist mein eiserner Notgroschen und wird nicht angerührt. Ich habe dieses Geld auf einer anderen Bank, damit ich nicht bei jedem Login ins E-Banking sehe, dass da ja auch noch Geld wäre. Auf dem Hauptkonto, wo der Lohn eintrifft, verbleibt nur genügend Geld, um die Fixkosten und die monatlichen variablen Kosten sowie was für Freizeit und Vergnügen budgetiert ist, zu decken.

Ein weiteres Konto führe ich für meine Investments bei der Online-Bank Swissquote. Damit kaufe ich meine Aktien und ETFs. Da man auf der Bank heute keine Zinsen mehr erhält, lohnt es sich, zu investieren. Dafür lege ich auch regelmässig Geld zur Seite. Wie ich mit meinen Investments vorgehe findest du hier.

Mehrere Konten Prinzip

Wenn ich im Ausland unterwegs bin, nutze ich die Kreditkarte von Revolut*. Revolut* ist eine Bank in England, welche sich per App dazu aufgemacht hat, den hohen Währungswechselkursen und Gebühren den Kampf anzusagen. So spare ich mir die üblichen Kreditkartengebühren beim Währungswechsel.

Lege das Geld zum Sparen am Anfang des Monats zur Seite

Das Geld, welches ich zum Sparen auf die Seite lege, geht direkt nach Lohneingang per Dauerauftrag auf die oben beschriebenen Sparkonten. Es ist wichtig, dass du den Anteil zum Sparen gleich am Anfang des Monats auf ein Sparkonto transferierst. So ist das Geld nicht mehr direkt verfügbar und es entsteht ein Hindernis es auszugeben. Zudem legst du so zur Seite was du budgetiert hast und nicht einfach was am Ende des Monats übrig geblieben ist. Sei diszipliniert mit diesem Vorgehen. Im schlimmsten Fall kannst du wieder Geld vom Sparkonto zurücküberweisen. Mir hilft es, dass das Geld auf dem normalen Konto immer eher knapp ist. So überdenke ich jede Ausgabe und kalkuliere, damit es bis Ende Monat reicht.

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Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Bevor du Geld investierst, solltest du einen ordentlichen Notgroschen ansparen. Dies damit du bei einem finanziellen Engpass nicht deine Aktien mit Verlust verkaufen musst. Es kann immer passieren, das dein Auto eine Reparatur benötigt oder dein Tier notfallmässig zum Tierarzt muss. Für diese unvorhergesehenen Dinge ist der Notgroschen gedacht. Der Notgroschen sollte ungefähr drei Monatslöhne betragen. Das ist natürlich eine Faustregel und du kannst für dich selber festlegen, wie hoch dein Notgroschen sein soll. Jedoch empfehle ich sehr, dass du genügend Geld für den Notgroschen zur Seite legst. Dieses Geld liegt auf einem normalen Bankkonto und hat somit auch kein Risiko. Es macht jedoch auch keinen Gewinn. Es gibt dir aber die Sicherheit, dass du für finanzielle Notlagen bereit bist und dein restliches Geld kann langfristig angelegt werden.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. ENya

    danke für diese tollen Tips, ich werde sicher ein paar ausprobieren !! Von den verschiedenen Konten habe ich gar noch nie gehört, aber super Artikel!

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