Das mehrere-Konten-Prinzip

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Die Bargeldkonten mit verschiedenen Funktionen

Etwas, das mir beim Sparen sehr geholfen hat und womit ich seit vielen Jahren arbeite, ist das Prinzip, dass ich verschiedene Konten habe. Ich nutze sogar verschiedene Finanzanbieter dafür und habe eine auf den ersten Blick vielleicht komplizierte Organisation. Und das zweite Prinzip, das ich anwende ist «aus den Augen, aus dem Sinn». Wie ich meine Finanzen genau geordnet habe und welche Produkte ich dafür nütze, erkläre ich euch hier.

Mehrere Konten Prinzip

Das Privatkonto als Lohnkonto

Als Ausgangslage dient das Konto, das jeder hat: das Lohnkonto. Ich nutze dieses Privatkonto für alle Zahlungen und für meinen täglichen Bedarf. Auf diesem Konto treffen alle Einkommen ein. Von diesem Konto aus, wird das Geld dann verteilt. Ich habe mir dafür fixe Daueraufträge am Anfang des Monats eingerichtet. Mir ist wichtig, dass das Geld gleich zu Beginn auf die anderen Konten verschwindet, so dass ich nur das Geld auf dem Privatkonto habe, das tatsächlich zum Ausgeben ist. Auf welche Konten geht den Geld weg?

Sparen für die Steuern

Ich lege einen fixen Betrag pro Monat auf ein Sparkonto für die Steuern weg. Dieses Konto habe ich bei derselben Bank wie das Privatkonto. Alternativ könnt ihr direkt an eure Gemeinde überweisen. Mir war das zu unübersichtlich und deshalb habe ich ein zusätzliches Sparkonto, auf welches ich monatlich einen fixen Betrag für die kommenden Steuern überweise.

Das traditionelle Sparkonto

Ein weiterer fixer Betrag zum Sparen geht auf das traditionelle Sparkonto. Das liegt auch bei derselben Bank. Dieser Betrag ist bei mir eher hoch, ich überweise aber Geld von diesem Konto auf das Privatkonto zurück, wenn ich ausserordentliche oder grössere Anschaffungen mache. Auch für Ferien, Möbel oder wenn eine jährliche Versicherungsrechnung kommt, nehme ich das Geld von diesem Konto.

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Der Notgroschen auf dem Sparkonto

Als letztes Konto habe ich ein Konto bei einer anderen Bank für meinen Notgroschen. Hier überweise ich nur Geld hin, wenn das Konto einen gewissen Betrag unterschreitet. Meine persönliche Grösse für den Notgroschen ist drei bis vier Monatslöhne. Dazwischen habe ich einfach einen runden Betrag gewählt, der nun die Höhe des Notgroschens ist. Der Notgroschen muss angespart werden und erst wenn der gewählte Betrag erreicht ist, kann der Dauerauftrag eingestellt werden. Der Notgroschen dient für unvorhergesehene Ausgaben. Ich versuche diesen wirklich nicht anzurühren. Wenn aber das Auto plötzlich eine grössere Reparatur braucht, eine neue Waschmaschine gekauft werden muss oder eine Weiterbildung ansteht, greife ich auf den Notgroschen zurück. Danach muss dieser natürlich wieder aufgefüllt werden.

Der Grund, warum ich dieses Konto bei einer anderen Bank habe, ist, dass es so im E-Banking nicht gleich sichtbar ist, sondern nur wenn ich mich bemühe, das E-Banking dieser Bank zu öffnen. Das Geld ist so „aus den Augen, aus dem Sinn“. Das Geld ist zwar sehr schnell verfügbar in der Realität aber ich schaffe durch das separate Konto eine mentale Hürde und streiche dieses Geld aus meinen Gedanken. Es ist meine eiserne Reserve.

Der Effekt vom Sparen mit mehreren Konten

Der Grund warum ich das so handhabe ist, dass so auf dem Privatkonto nur noch sichtbar ist, was ich tatsächlich ausgeben will in diesem Monat. Ich bin sozusagen immer leicht unter Druck, dass das Geld bis Ende Monat reicht. Ich überlege so mehr bei jeder Ausgabe, ob ich das nun wirklich brauche. Es entsteht eine künstliche Knappheit. Trotzdem muss ich mir keine wirklichen Sorgen machen, da ja auf den Sparkonten genug Geld liegt aber ich übertreibe es nicht plötzlich mit den monatlichen Ausgaben, da ich erst einen Kontoübertrag machen müsste.

Investieren mit einer Online-Bank

Ich habe noch ein weiteres Konto, besser gesagt ein Depot, mit welchem ich meine Investitionen tätige. Dies mache ich unabhängig von meinem Bargeld. Ich habe ein Konto bei Swissquote für meine langfristigen Anlagen. Es gibt verschiedene Preisvergleiche im Internet, die in meine Entscheidung eingeflossen sind. Die Börse ist schnelllebig und ich möchte volle Kontrolle über meine Investitionen haben. Die komplette Digitalisierung, die gute Online-Plattform und die Schweizer Bankenlizenz waren die Beweggründe, dass ich mich für Swissquote entschieden haben. Die Gebühren sind nicht ganz günstig aber trotzdem preiswerter als bei der Hausbank. Der Kundendienst von Swissquote ist gut erreichbar und die Einlagensicherung von CHF 100’000 sind weitere Pluspunkte. Ich bin selber nun sehr zufrieden mit Swissquote. Es macht aber Sinn, mindestens CHF 1’500 pro Transaktion zu investieren. Bei tieferen Beträgen sind die Gebühren verhältnismässig zu teuer. Deshalb habe ich noch zwei weitere Depots, dies weil ich vieles ausprobiere und die Gebühren bei anderen Brokern massiv tiefer sind. Das lohnt sich, wenn man kleinere Beträge investieren will. Ich nutze Smartbroker* in Deutschland und DEGIRO, eine niederländische Investmentfirma. Zum passiven Investieren nutze ich Selma Finance, ein Roboadvisor. Um diese drei Anbieter geht es aber nicht im Prinzip und deshalb sind sie nicht auf der Grafik. Sie sollen euch auch nicht verwirren aber müssen, da ich sie in auf anderen Seiten erwähne, der vollständigkeitshalber aufgeführt sein.

Selma Finance

Das Geld welches ich investiert habe, ist das Geld, welches ich über Jahre auf dem Sparkonto angespart habe. Auch auf dem Sparkonto habe ich eine gewisse Barriere, darunter gehe ich nicht mit dem Betrag. Was darüber ist, investiere ich bei guten Gelegenheiten in Einzelaktien und regelmässig in ETFs. Weil es auf dem Sparkonto keine Zinsen gibt und das Geld in Realität an Wert verliert, habe ich mich über Aktien, ETFs und Fonds informiert und so mein Geld angelegt.

Ich lege mein Geld langfristig an und zocke nicht. Es geht mir beim Investieren darum, mein Geld passiv zu vermehren und im Alter versorgt zu sein. Investieren wirkt der Inflation entgegen und man bekommt selbst bei einem konservativen Ausblick noch Zinsen auf der Bank. Etwas das bei der Bank nicht der Fall ist. Ohne Risiko gibt es aber keine Rendite. Deshalb muss man bei einer solchen Investition auch etwas Risikobereitschaft mitbringen. Ich bin überzeugt, dass die Börse langfristig, über einen Zeitraum von 20-30 Jahren nach oben geht. Man muss aber kurzfristige Einbrüche und Verluste verkraften können. Es ist psychologisch nicht einfach, wenn das Depot im Minus ist. Jedoch macht man erst einen Verlust, wenn man tatsächlich zu einem tieferen Kurs verkauft, als man gekauft hat. Ich habe eine Haltestrategie, das heisst, ich plane nicht, die Aktien bald zu verkaufen, sondern investiere in Unternehmen, bei denen ich glaube, dass sie über die nächsten 20 Jahre bestehen. Zum Thema Investieren, Anlagestrategie und Mindset existieren separate Artikel.

Sind mehrere Konten wirklich ein Spartipp?

Ihr könnt natürlich so viele Sparkonten haben, wie es für euch Sinn macht. Ich bin jemand, der Dinge gerne sortiert. Als ich wusste, dass ich eine längere Ausbildung machen möchte, hatte ich ein zusätzliches Konto, auf das ich monatliche Raten einbezahlt habe. Natürlich habt ihr durch dieses Prinzip nicht mehr Geld aber es ist eine Hemmschwelle beim Ausgeben des Geldes. Anstatt sich noch einen Kaffee to-go zu gönnen, überlegt man sich, wie viel Geld denn noch auf dem Konto ist und da dort nicht so viel liegt, gibt es ein Knappheitsgefühl. So spart man sich die kleinen Dinge, die sich über den Monat zu grösseren Beträgen zusammenläppern.

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