Kontenmodelle: Welche gibt es und was bringen sie?

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  • Beitrag zuletzt geändert am:Januar 11, 2024
Kontenmodelle Welche gibt es und was bringen sie?

Inhaltsverzeichnis

Verschiedene Kontenmodelle zur besseren Kontrolle deiner Finanzen

Ein wichtiger Teil des Finanzmanagements ist das Einrichten von verschiedenen Konten, um eine bessere Übersicht über deine Finanzen zu bekommen. Falls du vielleicht erst anfängst, dich mit Finanzen zu beschäftigen, wird dich dieser Artikel mit den Werkzeugen ausstatten, die du benötigst, um ein Kontenmodell zu wählen, das deinen Bedürfnissen entspricht. Beginne jetzt, deine Finanzen zu optimieren und entdecke die Welt der Kontenmodelle.

Ein Kontenmodell organisiert deine Finanzen und macht das Sparen einfacher. Es gibt unzählige Kontemodelle. Meistens wird das Thema spätestens dann aktuell, wenn zwei Menschen aufeinander treffen und die Finanzen teilen. Für Paare, die gemeinsame Ausgaben haben, gibt es verschiedene Kontenmodelle, die in diesem Beitrag vorgestellt werden. Es macht aber auch als Einzelperson Sinn, ein Kontenmodell zu haben. Auch diese Kontenmodelle findest du in diesem Beitrag.

Welche Kontenmodelle gibt es?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Kontenmodelle. Wichtig ist, dass du dir ein Kontenmodell einrichtest, dass zu dir und deinen Bedürfnissen passt. Die einen mögen es lieber simpel, die anderen möchten so viele verschiedene Töpfe wie möglich und behalten so besser die Übersicht. So verschieden unsere Leben sind, so unterschiedlich ist auch unser Umgang mit Geld. Deshalb ist der Kreativität bei den Kontenmodellen auch keine Grenze gesetzt.

Die folgenden Kontenmodelle sind beliebt:

Nur ein Konto

Ein einziges Konto ist natürlich auch eine Möglichkeit, die Finanzen zu handhaben. Jedoch ist es gerade für Sparziele etwas schwierig, die Übersicht zu behalten. Zusätzlich führt die grosse Menge an verfügbaren Geld dazu, dass man eher dazu tendiert, mehr Geld als gewollt, auszugeben. Andere Kontenmodelle arbeiten mit künstlicher Verknappung, die hier fehlt. Deshalb braucht es mit dieser Variante mehr Disziplin.

Ein Konto plus ein sinking fund

Bei diesem Kontenmodell hast du nebst dem Hauptkonto noch ein zusätzliches Konto, dass du regelmässig mit Geld auffüllst, um zukünftige Verpflichtungen sicherzustellen. Treffen diese grösseren Rechnungen (z.B. jährliche Versicherungen, Fitnessabo, Steuern, etc.) dann ein, werden sie mit Geld vom sinking fund bezahlt und das Vermögen darauf wird kleiner. Anschliessend wird der Sinking fund wieder monatlich aufgefüllt.

Separate Konten für verschiedene Zwecke

Dieses Kontenmodell sieht vor, dass du separate Konten für deine täglichen Ausgaben, Sparziele und langfristige Investitionen eröffnest. So kannst du jederzeit sehen, wie viel Geld du für bestimmte Zwecke zur Verfügung hast. Wie viele Konten du dabei benötigst, kommt darauf an, für was du dein Geld ausgibst. Wenn du beispielsweise regelmässig Geld für eine Weiterbildung sparst, kann dies ein separates Unterkonto sein. Das gleiche gilt für die Steuern, falls du diese nicht direkt mit einem Dauerauftrag an die Gemeinde überweist.
Ich persönlich führe eine Variante davon: Das mehrere-Konten-Prinzip.

Das Kontenmodell anhand der 50/30/20-Regel

Kennst du die 50/30/20-Regel? Hier wird empfohlen, 50% deines Einkommens für notwendige Ausgaben (z.B. Miete, Essen), 30% für Vergnügungen (z.B. Freizeitaktivitäten) und 20% für Spar- und Investitionsziele zu verwenden. Dies hilft dir, eine ausgewogene Finanzstrategie zu entwickeln und deine Ausgaben im Blick zu behalten. Analog zu dieser Aufteilung richtest du dir verschiedene Konten ein, auf die du die verschiedenen Beträge nach Lohneingang überweist.

Probiere verschiedene Kontenmodelle aus und finde das, was am besten zu deinen finanziellen Zielen und Bedürfnissen passt. Eine gute Finanzkontrolle ist der erste Schritt zu einer stabilen finanziellen Zukunft.

Vor- und Nachteile von Kontenmodellen:

Verschiedene Kontenmodelle für Paare

Finanzen sind für Paare eine besondere Herausforderung und führen sehr oft zu Streit. Geld ist gemäss Statistiken sogar der zweithäufigste Trennungsgrund. Geld in der Beziehung ist also kein einfaches Thema und doch kommen wir nicht daran vorbei. Ein Kontenmodell ist für Paare die Basis der Finanzen und das Mindeste, das geregelt werden muss.

Ob du ein gemeinsames Konto, separate Konten oder eine gemischte Option bevorzugst, es ist wichtig zu verstehen, wie jedes Kontenmodell funktioniert und welches am besten zu deinem Lebensstil und deinen finanziellen Zielen passt.

ein gemeinsames Konto für Paare

Ein gemeinsames Konto für Paare

Ein gemeinsames Konto kann eine einfache und transparente Lösung für Paare sein, die ihre Finanzen miteinander teilen möchten. Alle Einkommensquellen und gemeinsamen Ausgaben werden auf diesem Konto verwaltet.

Hier ist gute Kommunikation wichtig. Es muss klar sein, was für Spielregeln mit dem gemeinsamen Geld gelten.

Zusätzlich bietet es sich an, noch weitere gemeinsame Konten wie beispielsweise fürs Sparen oder für die Ferien zu führen.

Separate Konten für Paare

Diese simple Option kann für Paare sinnvoll sein, die ihre Finanzen unabhängig voneinander verwalten möchten. Jeder hat sein eigenes Konto für persönliche Ausgaben und Sparziele. Die gemeinsamen Ausgaben brauchen hier etwas Organisation. Apps können hier helfen, den Überblick über die laufenden Kosten zu behalten. Apps die ich getestet habe und gut finde sind beispielsweise Tricount und Splitwise.

Das 3-Kontenmodell für Paare

Dieses Kontenmodell ist eine Mischung aus den vorher gezeigten. Alle Einnahmen und Ausgaben für die Familie oder Partnerschaft werden über ein gemeinsames Konto gemacht. Was nachher übrigbleibt, wird in gleichen Teilen auf separate Konten den beiden Parteien überwiesen. Über dieses Geld kann jeder Partner danach frei verfügen.

Was dieses Kontenmodell besonders macht: Egal wer wieviel eingebracht hat, am Ende haben beide Parteien gleich viel zur Verfügung.

Individuelle Konten mit Haushaltskonto:

Bei diesem Kontenmodell wird gemeinsam ein Haushaltskonto geführt, von dem alle Einnahmen und Ausgaben für die Familie bezahlt werden. Auf dieses Konto bezahlen beide einen festgelegten Betrag ein. Der Betrag kann beispielsweise in ähnlicher Höhe aufgeteilt werden, wie die jeweiligen Arbeitspensen. Ist der Lohnunterschied gross, könnte der Betrag auch auf die Höhe des Lohnes angepasst werden.

So finden Paare das beste Kontenmodell

Es ist wichtig, dass Paare über ihre Finanzziele und -präferenzen sprechen und gemeinsam entscheiden, welches Kontenmodell am besten zu ihnen passt. Eine offene Kommunikation und gemeinsame Verantwortung für die Finanzen können helfen, Konflikte zu vermeiden und eine erfolgreiche finanzielle Zukunft aufzubauen.

Stolpersteine bei Kontenmodellen

Achte unbedingt auf die Gebühren! Ein Kontenmodell mit vielen verschiedenen Unterkonten, die alle zu Spesen führen, wäre blöd. Deshalb lohnt es sich, die Gebühren deiner Bank genau zu studieren. Eine Option ist es auch, Smartphone-Banken, die ihren Service kostenlos anbieten, in das Kontenmodell einzubinden. Anbieter, die sich dafür eignen sind Zak der Bank Cler, neon, Kaspar& oder YUH.

Fürs Investieren lohnt es sich wegen der Gebühren, einen Online Broker in Betracht zu ziehen. Hier geht es zu meinem Brokervergleich.

Ein Kontenmodell bedeutet, dass man sich, zumindest am Anfang, organisieren muss. Da lohnt es sich, auch Ordnung in seiner Ablage zu halten. Sei es digital oder bei der Ordnung im Papierkram.

Die rechtliche Lage bei Konten in der Partnerschaft

Achtung vor gesperrten Konten bei Not- und Todesfällen!

Da die Bank verpflichtet ist, die Interessen der Erben zu wahren, kannst du plötzlich vor gesperrten Konten stehen. Die Bank lässt im Todesfall auf den Konten, welche ausschliesslich auf die verstorbene Person lauten, üblicherweise nur noch eingeschränkte Transaktionen zu. 

Deshalb braucht es bei gemeinsamen Konten das sogenannte und/oder-Konto. Dort hat der/die überlebende Person weiterhin Zugriff auf das Konto.

Achtung vor gesperrten Konten

Welches ist das beste Kontenmodell?

Es gibt kein “bestes” Kontenmodell, da es von den individuellen Bedürfnissen, Wünschen und Zielen abhängt. Zusätzlich treffen bei Paaren verschiedene Ansichten aufeinander. Ein Konto, das für ein Paar gut funktioniert, kann für ein anderes Paar nicht die beste Wahl sein. Es ist wichtig, die verschiedenen Kontenmodelle zu verstehen und die Vor- und Nachteile jeder Option zu berücksichtigen, bevor man eine Entscheidung trifft. Es ist auch ratsam, regelmässig zu überprüfen und anzupassen, wenn sich die finanziellen Bedürfnisse und Ziele ändern.

Als letzten Punkt gilt es, die Gebühren der Banken im Auge zu behalten, da diese je nach Bank und Kontenmodell sonst teuer werden können.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Alexander

    Toller Beitrag!

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