Was ist ein Aktiensplit?

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Aktiensplit? Was ist das denn?

Ein Aktiensplit einfach erklärt

Ein Aktiensplit ist nichts kompliziertes. Heute erkläre ich dir, was ein Aktiensplit genau ist, anhand einer Torte. Mit Essen geht alles einfacher, das gilt auch bei Finanzen. Es gibt übrigens auch eine Erklärung zum Unterschied zwischen Aktien und ETFs mit Pralinen.

Was passiert bei einem Aktiensplit?

Ein Unternehmen kann sich dazu entscheiden, seine Aktien zu splitten. Die Anzahl Aktien wird erhöht, während der Preis pro Aktie entsprechend sinkt. Aktionär:innen haben nach dem Aktiensplit genau denselben Wert an Aktien im Depot wie vorher. Das Aktienkapital selbst bleibt unverändert, es wird nur die Stückzahl erhöht. Der Aktiensplit muss an der Generalversammlung beschlossen werden. Beim Investieren in Aktien kann es gut sein, dass du dem Aktiensplit früher oder später begegnest.

Und jetzt zur versprochenen Erklärung des Aktiensplits mit der Torte:

Aus einem grossen Stück Kuchen (z.B. 1 Aktie XY für CHF 2000.-) werden in meinem Depot viele kleine Kuchenstücke (z.B. 10 Aktien XY für 200.-).

Aktiensplit erklärt

Warum wird ein Aktiensplit gemacht?

Ein Aktiensplit ist eine kosmetische Massnahme und ändert nichts am Wert einer Aktie. Sie soll es neuen Investor:innen, dank des tieferen Preises einfacher machen, Aktien des Unternehmens erwerben zu können. Oftmals stieg in der Vergangenheit der Kurs tatsächlich merklich, nachdem ein Unternehmen einen Aktiensplit gemacht hat. Es ist ein psychologischer Effekt, da die Anleger:innen die Aktie nach einem Split als günstiger wahrnehmen.

Beispiel eines Aktiensplit

Zurück zum Beispiel des Aktiensplits mit der Torte: 

Beim Alphabet Aktiensplit war die Quote 1:10. Das heisst, für jede Alphabet-Aktie gab es 10 Stück zum neuen Preis. Ich hatte 2 Aktien und somit sind neu 20 Aktien des Google-Unternehmens in meinem Depot gelandet.
 
Aus 2 Torten, die ich hatte, wurden somit 20 Tortenstücke. Die Menge des Essens wurde aber nicht mehr oder weniger.

Die Vorteile eines Aktiensplit

  • optisch günstigere Aktienkurse
  • oftmals stärkere Nachfrage
  • oftmals kurzfristiger Kursanstieg
  • erschwinglicher Preis für Kleinanleger:innen
  • keine Verwässerung des Aktienpreises für Altaktionärinnen
  • geringerer Preis macht Aktie für eine grössere Zielgruppe erschwinglich

Aber Achtung, gemäss Warren Buffet ist einer der grossen Nachteile von Aktiensplits, dass sie zu mehr Volatilität und Spekulationen führen.

Der Reverse-Split: Die Umkehrung des Aktiensplits

Der Reverse-Split ist das Gegenteil des Aktiensplits. Aktien werden zusammengelegt. Die Anzahl Aktien wird verringert und der Preis pro Stück erhöht. 

Ein Beispiel: Du hast 100 Aktien mit einem Wert von je CHF 100.–. Ein Reverse-Split im Verhältnis von 2:1 wird durchgeführt: Du hast danach 50 Aktien mit einem Wert von je CHF 200.–.

Auch der Reverse-Split ist eine kosmetische Aktion und ändert nichts am tatsächlichen Wert deiner Aktie. Eine Aktie kann auch zu günstig aussehen, gerade bei Pennystocks, also Aktien deren Wert unter 1$ ist, kann ein Reverse-Split zur optischen Aufwertung führen.

Was muss ich bei einem Aktiensplit tun?

Bei einem Aktiensplit ist kein Eingreifen von deiner Seite nötig. Dein Broker wird den Aktiensplit im System vornehmen. Es kann sein, dass du am Tag des Aktiensplits eine falsche Rendite im Depot siehst. Dies wird aber mit der vollständigen und korrekten Buchung des Aktiensplits behoben und du musst nur ein wenig Geduld haben, bis alles richtig im System angekommen ist.

Aktiensplits der letzten Zeit

Viele Unternehmen nutzen Aktiensplits. Eines der wenigen, das diese Methode noch fast nie angewendet hat, ist Lindt. Deshalb ist die Aktie auch so teuer. In den letzten Monaten gab es Aktiensplits bei:

  • Alphabet (Google)
  • Tesla
  •  Amazon
  • Shopify
  • Fortinet

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