6 typische Fehler mit der Säule 3a

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6 typische Fehler mit der Säule 3a

Sechs Fehler, die man bei der Säule 3a machen kann

Welche Fehler passieren bei der Säule 3a am häufigsten? In diesem Artikel erfährst du mehr über die häufigsten Fehler mit der Säule 3a, über die gängigsten Steuerfallen, sowie einige Tipps und Tricks, wie du das Maximum aus deiner Säule 3a herausholst.

Die Säule 3a: Typisch Schweiz!

Die Säule 3a ist in der Schweiz sehr bekannt und wird immer beliebter. Dies hat seine Berechtigung: Umfragen zeigen, dass Schweizerinnen und Schweizer am Vorsorgesystem zweifeln. Die Säule 3a ist der freiwillige Teil des drei-Säulen-Systems der Schweizer Altersvorsorge. Einzahlungen werden steuerlich begünstigt. Die Säule 3a steht allen offen, die in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielen. Der Maximalbetrag für Personen mit Pensionskassenanschluss liegt 2023 bei CHF 7’056.-.

Fehler 1: Denken, dass du den Maximalbetrag in die Säule 3a einbezahlen musst

Es ist grundsätzlich eine gute Idee, möglichst früh mit dem Einzahlen zu beginnen. Bezahle aber weder zu viel, noch zu wenig ein. Ob sich der Steuervorteil lohnt, kommt auf dein Einkommen und den Wohnort an. Bist du in einer Festanstellung? Ist dies der Fall, lohnt sich der Maximalbetrag meist. Bezahle aber trotzdem nur Geld ein, auf das du langfristig verzichten kannst. Eine flexible Auflösung ist in der Säule 3a nämlich nicht möglich. Das einbezahlte Geld ist gebunden und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Selbständigkeit oder Erwerb eines Eigenheims) wieder entnommen werden.

Du musst jedoch auch nicht den Maximalbetrag einzahlen. Das machen übrigens die wenigstens Schweizer:innen. Jedoch lohnt es sich, wenn du regelmässig Beträge überweist und nicht erst am Ende des Jahres, auf den letzten Drücker noch eine Überweisung machst. Einerseits ist dies so, weil du mit einem Dauerauftrag das Thema automatisieren kannst und anderseits, weil du so von einem durchschnittlichen Preis beim Kauf deiner Wertschriften profitierst.

Fehler 2: In der Säule 3a nur sparen statt anlegen

Damit wären wir beim nächsten Fehler: Die Säule 3a sparen statt anlegen. Da bei vielen der Anlagehorizont bis zur Pensionierung noch mehrere Jahrzehnte beträgt, ist ein reines Sparen auf dem Sparkonto in Anbetracht der Gebühren und Inflation wenig attraktiv. Die vermeintliche Sicherheit auf einem Sparkonto führt faktisch zu einem Kaufkraftverlust (die Inflation lässt grüssen). Stattdessen kannst du deine Gelder in der Säule 3a in Wertschriften anlegen. Der lange Zeithorizont ist nicht nur eine gute Ausgangslage für Rendite, er senkt auch das Risiko beträchtlich.

Online findest du bei fast allen Anbietern von Produkten für die Säule 3a Vergleichsrechner, die die Entwicklung eines reinen Sparkontos mit dem einer Anlage in Wertschriften vergleichen. Hier ist der Vergleichsrechner von frankly. In diesem Erfahrungsbericht über frankly erzähle ich, warum frankly der Anbieter meiner Wahl für die Säule 3a ist.

Um bei der Anlage deiner Säule 3a das Maximum herauszuholen, kannst du bei den Wertschriften auf passive Fonds setzen. Diese schlagen die aktiven Fonds nicht nur jedes Jahr, sie sind auch deutlich günstiger. Index-Fonds und ETFs bieten bessere Konditionen als aktive gemanagte Fonds und seit einigen Jahren sind diese auch für die Säule 3a verfügbar.

Fehler 3: Die Angebote für die Säule 3a nicht vergleichen

Entschliessest du dich, dein Geld trotzdem auf einer Sparkonto-Lösung zu parkieren, vergleiche die Angebote trotzdem miteinander. Zwar sind die angebotenen Zinssätze mager aber über die lange Anlagedauer, kann auch ein kleiner Unterschied eine substantielle Auswirkung haben.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Versicherungslösung für deine Säule 3a. Hier gilt jedoch der Grundsatz, dass Versicherungen und Sparen nicht gemischt gehören. Falls du dir unsicher bist, dann überlege dir vor dem Vertragsabschluss gut, warum du eine Versicherung bevorzugst und was es abzusichern gilt (Immobilien, Familie).

Fehler 4: Nur ein Konto für die Säule 3a haben

5 Jahre vor der Pensionierung können die Gelder aus der Säule 3a bezogen werden. Was viele nicht wissen: Zum Zeitpunkt des Bezugs werden Steuern fällig. Zwar mit einem reduzierten Satz, der ja nach Gemeinde unterschiedlich ist, aber trotzdem gibt es hier Potenzial, das Maximum herauszuholen. Damit du die Steuerprogression brechen kannst, lohnt es sich, die dritte Säule über mehrere Jahre gestaffelt zu beziehen. Dafür musst du dein Vermögen in der Säule 3a auf mehrere Konten verteilen, weil zum Zeitpunkt der Auflösung immer nur ein ganzes Konto aufgelöst werden kann. Eine nachträgliche Splittung von Konten ist leider nicht möglich.

Fehler 5: Erst im Dezember in die Säule 3a einzahlen

Wenn du dein 3a in Wertschriften angelegt hast, dann kann es einen Unterschied von mehreren hundert oder sogar mehr Franken ausmachen, ob du bereits im Januar oder erst gegen Jahresende im Dezember einzahlst.

Ein kleines Berechnungsbeispiel: Eine Einzahlung im Januar mit angenommener Rendite von rund 5% bringt dir bis Ende Jahr bereits CHF 341. Dieser Betrag steigt, je mehr Rendite deine Wertschriften erwirtschaften. Bei diesen Berechnungen wird davon ausgegangen, dass die Börse gut läuft. Ist es ein Krisenjahr, funktioniert dieser Trick leider nicht.

Fehler 6: Deine Säule 3a - endlich anfangen!

Der letzte Tipp ist einfach: Fang endlich an! Gerade Sparkonten oder auch Produkte mit Wertschriften wie frankly oder Selma Finance können zu einem späteren Zeitpunkt relativ einfach optimiert oder sogar transferiert werden. Dein Wissensstand wird sich ändern aber auch deine Lebensumstände entwickeln sich ständig. Deshalb kann es gut sein, dass Anpassungen so oder so nötig werden.

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