Geld sparen mit einem Capsule Wardrobe

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Was ist ein Capsule Wardrobe und warum sparst du damit Geld?

Dies ist ein ganz persönlicher Beitrag darüber, wie ich durch eine persönliche Challenge dazu gekommen bin, mir einen Capsule Wardrobe einzurichten. Du findest hier heraus, was ein Capsule Wardrobe ist, wann er Sinn macht und wie du damit Geld sparst. Ganz kurz gefasst, hilft dir ein Capsule Wardrobe beim bewussten Konsum. Bewusster Konsum führt dazu, dass du Geld sparst, weil du keine Spontankäufe mehr tätigst.

Ein Capsule Wardrobe einfach erklärt

Der Capsule Wardrobe ist ein minimalistisches Kleiderschrank-Prinzip. Es geht darum, eine möglichst geringe Anzahl an Kleidungsstücken zu besitzen. Die Kleidungsstücke sollen dabei zeitlos und gut kombinierbar sein.

Abgerundet wird ein Capsule Wardrobe mit ein paar auffälligeren Statement Pieces. Aus dem Mix mit den Basics können schlussendlich viele verschiedene Outfit-Kombinationen erstellt werden.

Das Motto ist also Effizienz! Die wenigen Teile führen zu mehr Kombinationsmöglichkeiten, weil der Kleiderschrank gut strukturiert, übersichtlich und durchdacht ist.

Die Bezeichnung “Capsule Wardrobe” wird seit 1970 verwendet und dafür, dass der Kleiderschrank eine Kapsel pro Jahreszeit hat, in der alle Kleidungsstücke miteinander kombinierbar sind.

Die Idee hinter dem Capsule Wardrobe ist, Schränke voller Kleidung, die nicht sitzt, wenig getragen wird oder schlechte Qualität hat, zu vermeiden. Ein Capsule Wardrobe enthält nur Teile, die man gerne trägt und dem eigenen Stil entsprechen.

Oftmals liest man, dass 37 Kleidungsstücke pro Saison in den Capsule Wardrobe dürfen. Eine starre Beschränkung ist aber nicht nötig. Wichtiger ist, dass der Inhalt stimmt, die Teile zueinander passen und die Inhaber:in sich mit den Teilen wohl fühlt. Dabei kommt es auf 2-3 Stücke mehr oder weniger nicht an.

So bin ich auf den Capsule Wardrobe gekommen

Vor rund 4 Jahren habe ich mir selbst eine Challenge gestellt: Ich kaufe 1 Jahr keine neue Kleidung mehr. Während dem Jahr habe ich festgestellt, dass ich so viel Kleidung besitze, dass es überhaupt kein Problem ist, noch länger nichts neues mehr zu kaufen. Somit habe ich es einfach weitergezogen und schlussendlich rund 3 Jahre keine neuen Kleidungsstücke gekauft!

Irgendwann waren die Lieblingsstücke ausgeblichen oder hatten Löcher und mussten den Kleiderschrank verlassen. Auch für geschäftliche Anlässe hatte ich keine modischen und intakten Kleider mehr. Somit habe ich mir überlegt, wie ich meine Kleidung in der Zukunft besser organisieren könnte.

Ich hatte mich daran gewöhnt, kein Geld für Kleider auszugeben und ich konnte gut mit weniger Teilen umgehen. Also musste eine Lösung her, die meinen Kleiderschrank auf den neusten Stand brachte und langfristig einen guten Effekt hatte.

Vorher habe ich oft spontan viel günstige Kleidung gekauft. Zuhause hat dann nichts zusammen gepasst, was dazu führte, dass ich beim nächsten Einkauf wieder dachte, ich brauche neue Sachen. Schlussendlich war der Kleiderschrank mehr als voll. So sollte es nicht wieder enden. Deshalb habe ich gegoogelt und bin auf den Capsule Wardrobe gestossen.

So gehst du vor, wenn du einen Capsule Wardrobe machst

Da der Capsule Wardrobe komplettes Neuland für mich war und ich wusste, dass ich ziemlich viele neue Sachen brauche, habe ich mir Unterstützung geholt. Ich habe das Projekt mit Dagmar von Ordnungswunder.ch angepackt.

Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ich meinen Caspule Wardrobe erstellt habe:

  1. Ich habe mit Dagmar besprochen, was für Kleider ich gerne anziehe. Ich hatte einige Aha-Momente und weiss nun besser, warum ich einige Dinge zwar immer wieder gekauft, aber nie angezogen habe.
  2. Wir haben zusammen Farben, Stil und Materialen der gewünschten Kleider festgelegt.
  3. Dann folgte das rigorose ausräumen meines Kleiderschranks. Es durfte nur bleiben, was zum geplanten Capsule Wardrobe passt.
  4. Die Teile, die ich behalten wollte, habe ich fotografiert, damit ich später die Outfits zusammenstellen kann.
  5. Anhand der vorhanden Kleiderstücke, haben wir eine Liste erstellt mit Dingen, die ich benötige. Es gibt gewisse Richtlinien, wie viele T-Shirts, Hosen, Röcke, etc. ungefähr in einen Capsule Wardrobe kommen.
  6. Mit dieser Liste gings zum Shopping. Das war sehr spannend, weil ich normalerweise sehr intuitiv eingekauft habe. Wir wussten sehr genau, was wir wollten.
  7. Zuhause habe ich die neuen Teile alle fotografiert und wir haben digital Outfits zusammengestellt. So kann ich ganz einfach sehen, welche Teile wie kombiniert werden können.
  8. Schlussendlich habe ich noch leicht umgeräumt, damit meine Kapsel einen eigenen Platz hat und ich immer schön die Übersicht darüber habe.

Wenn du jetzt noch mehr Wissen möchtest, hat Dagmar von Ordnungswunder.ch von  eine kostenlose Mini-Anleitung zum Capsule Wardrobe geschrieben.

Die Vorteile eines Capsule Wardrobes

  • Du sparst Geld, weil du gezielt einkaufst, was du brauchst
  • Du vermeidest Fehlkäufe
  • Du hast nur Dinge im Schrank, die du auch tatsächlich anziehst
  • Alle Kleidungsstücke lassen sich miteinander kombinieren
  • Du hast mehr Platz und Übersicht
  • Die Entscheidung, was du anziehst, ist einfacher
  • Es ist nachhaltiger, weil du langlebigere und zeitlosere Teile kaufst

Warum du mit einem Capsule Wardrobe viel Geld sparst

Zwar geht es beim Capsule Wardrobe eigentlich eher um Minimalismus aber ich bin überzeugt, dass ich damit auch viel Geld spare. Ich kaufe deutlich weniger Kleidung. Klar, diese ist dafür teurer aber die bessere Qualität macht sie auch langlebiger. Ich kaufe Kleidungsstücke viel gezielter ein. Ich weiss nämlich, was mir fehlt, damit ich meine Kleider richtig kombinieren kann. Ich vermeide so auch Spontankäufe und Käufe von Kleidern, die im Kleiderschrank vergammeln. Solche Leichen haben wir wohl alle im Kleiderschrank und ich weiss dank der vorgängigen Analyse jetzt, welche Stoffe und Schnitte ich nicht trage.

Als Fazit kann ich also sagen, dass ich mit deutlich weniger Kleidung auskomme und dabei sogar noch mehr Spass habe. Ich liebe es, dass ich die Teile miteinander kombinieren kann. Ich habe nicht mehr einen ganzen Schrank voller Kleider und trotzdem das Gefühl, ich hätte nichts anzuziehen. Dass ich dabei sogar noch Geld spare, ist ein netter Nebeneffekt.

Diese Dinge habe ich bei meinem Capsule Wardrobe vermieden:

  • Dinge, die nur eine Saison lang cool sind
  • Farben und Muster, an denen ich mich schnell satt sehe
  • Materialien, die ich nicht gerne oder nur selten trage
  • Alles, was aufwändig gereinigt werden muss
  • Alles, von dem ich nicht zu 110% überzeugt war

Was ist die Cost per Wear?

Mit cost per wear berrechnet man, wie viel ein Kleidungsstück pro getragenes Mal gekostet hat. Ich rechne den Kaufpreis geteilt durch die Anzahl getragener Male.

Es gibt Dinge, die deutlich günstiger sind als gedacht. Eine Brille zum Beispiel. Die kommt aber auch täglich zum Einsatz. Deshalb ist es eher nicht gerechtfertigt, dass man sich da jeweils über den hohen Preis bei einer Neuanschaffung ärgert.

Bei anderen Dingen, wie zum Beispiel festlicher Kleidung für spezielle Anlässe, bezahlen wir gerne etwas mehr. Dabei tragen wir die Kleidungsstücke nur sehr wenig.

Cost per Wear Beispiel Jeans
Cost per Wear Beispiel Kleid

Also Achtung vor Kleidungsstücken, die du wenig trägst. Dafür darf ein Kleidungsstück wie ein Wintermantel, den du oft tragen wirst, gerne etwas mehr kosten.

Aber auch bei fast fashion gilt Vorsicht! Kaufst du dir ein scheinbar günstiges neues Bikini, trägst es aber nur 1x, war es unter dem Strich nicht günstig! Wie oft sortiert man Dinge aus, die man fast nie getragen hat? Sei es weil es aus der Mode gekommen ist oder weil die Qualität einfach zu schlecht war. Fast fashion belastet nicht nur die Umwelt und hat unglaublich schlechte Arbeitsbedingungen, es ist oftmals gar nicht günstig.

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