Wie baue ich ein Portfolio mit ETFs auf?

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ETFs sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. Dies liegt daran, dass sie günstig sind und sich ein Portfolio sehr einfach mittels ETF diversifizieren lässt. ETFs sind eine passive Anlagestrategie, bei der man nicht jeden Tag die Aktienkurse prüfen muss. Mit ETFs verfolgst du eine langfristige Anlagestrategie über empfehlenswert mindestens 10 Jahre.

Was sind ETFs?

ETF steht für Exhange Traded Fund und ist ein passiv gemanagter Investmentfond. Ein ETF bildet einen Aktienindex nach. Ganz vereinfacht gesagt, ist ein ETF ein Korb, in dem du die gleichen Eier hast, wie ein ganzer Wirtschaftszweig oder ein Land. Wenn du zum Beispiel in die Schweizer Wirtschaft investieren möchtest, kannst du einen ETF auf den SMI (Swiss Market Index) kaufen. Im SMI sind die 20 grössten Schweizer Firmen. So erhältst du ein Produkt, das die Gewichtung dieser 20 Firmen nachbildet und auch genauso wie diese wächst oder eben an Wert verliert.

Da die internationalen Aktienmärkte über alle Jahre hinweg im Durschnitt um 7% wachsen (Quelle: Börse.de, ist dies ein relativ risikoarmes Investment. Du kannst gute und schlechte Jahre haben, die guten haben in der Vergangenheit aber die schlechten mehr als aufgefangen.

In diesem Artikel gehe ich noch genauer darauf ein, was ein ETF ist.

Mit einem ETF ohne viel Aufwand Gewinn machen

Für Einsteiger sehr einfach ist es, mit einem ETF-Portfolio zu beginnen. Mit einem ETF ist das Risiko sehr begrenzt, da an der gesamten Wirtschaft teilgenommen wird und frau so sehr gut diversifiziert ist. Trotzdem profitiert man langfristig von dem Wachstum der Märkte und in der Vergangenheit konnte man als langfristige Anlegerin einen schönen Gewinn mitnehmen. Wir sprechen hier aber von einem Horizont von 20 bis 30 Jahre.

Wenn du bereit bist, dein Geld langfristig investieren und aber keinen grossen Aufwand betreiben willst, ist ein ETF das richtige. Ein ETF kauft man und legt ihn über Jahrzehnte ins Depot. Das wars. Aufwändiger ist das nicht und deshalb heisst es auch passives Investieren. Man muss nicht laufend diverse Firmen, ihre Zahlen und den Geschäftsgang beobachten. Da ein ETF unzählige Firmen umfasst, ist man bereits diversifiziert und auch in neue Trends investiert. Man investiert sozusagen einfach in alles. Da ist aber auch der Haken, denkt zum Beispiel an die Nachhaltigkeit! Dazu aber ein separater Artikel.

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Die beliebtesten ETFs

Da ich ein grosser Fan von kurzen und knappen Informationen bin, kommt in diesem Abschnitt die Anleitung für Ungeduldige. Hier erkläre ich, wie man mit relativ wenig Risiko am Aktienmarkt teilnehmen kann und so sein Geld vermehrt, anstatt es auf dem Bankkonto schrumpfen zu lassen.

Wenn du jetzt wirklich ein Minimalist bist, kannst du dir einfach einen ETF kaufen, um in die ganze Welt zu investieren. Dafür kaufst du dir Anteile an einem MSCI ACWI ETF. Der Index investiert in 23 Industrie- und 26 Schwellenländer. Er enthält mehr als 2500 verschiedene Unternehmen. Davon sind 88% in Industrieländern. Da Microsoft und Apple die weltweit grössten Unternehmen sind, machen diese auch die grössten Positionen beim ETF aus. Microsoft hat einen Anteil von 2% und Apple 1,9%. 55% der Aktien sind von Unternehmen aus den USA. Die Schweiz hat einen Anteil von 2,8%.

Wenn du dir diesen ETF kaufst, kaufst du dir also kleine Anteile an rund 2500 Unternehmen in 49 Ländern. Du siehst, selbst wenn da ein Unternehmen Konkurs geht (bedenke, es gibt sie, renommierte Firmen wie Nokia, Enron oder Wirecard), bist du so breit aufgestellt, dass du das kaum merkst. Gleichzeitig nimmst du am Wachstum von starken Unternehmen wie Apple oder Google teil.

Ein praktisches Beispiel mit einem ETF

Schauen wir das ganze Anhand eines praktischen Beispiels an. Ich habe dafür den «iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Accausgewählt. Dies ist keine besondere Empfehlung und es gibt ähnliche andere Produkte.

iShares ist der Anbieter des ETFs. Hinter iShares steht Blackrock, der weltweit grösste Vermögensverwalter.

MSCI ist der Herausgeber des Aktienindexes, in den wir hier investieren möchten.

ACWI steht für All Country World Index, also für Gesamtweltindex.

UCITS ist ein regulatorischer Hinweis. UCITS ist ein System von Sicherheitsstandards, die von allen entsprechend gekennzeichneten ETFs erfüllt werden müssen.

Acc steht für «Accumulating», was hier bedeutet, dass der ETF nicht ausschüttet, sondern thesaurierend ist. Ein thesaurierender ETF reinvestieren die Erträge direkt wieder. Die andere Möglichkeit ist ein ausschüttender ETF. Da werden Erträge wie Zinsen und Dividenden jährlich, halb- oder vierteljährlich ausbezahlt. Die Abkürzung dafür ist Distr für «Distributing».

Dieser ETF von Blackrock bietet Zugang zu Aktien aus Industrie- und Schwellenländern weltweit. Der Index setzt sich aus 49 Länderindizes zusammen, davon 23 aus entwickelten Märkten und 26 aus Schwellenmärkten. Der ETF ist in USD aufgelegt und wurde 2011 lanciert. Mittlerweile hat der Fonds eine Grösse von 906 Millionen Euro.

Die drei grössten Aktienpositionen sind Apple mit 3,33%, Microsoft mit 3,07% und Amazon mit 2,43%. Die drei grössten Sektoren des ETFs sind IT (20,39%), Finanzen (15,16%) und Gesundheitsversorgung (12,69%). Mit 57,32% der Aktien ist die USA das mit Abstand am stärksten vertretene Land. Dies weil der amerikanische Markt so stark kapitalisiert ist. Die Schweiz hat einen Anteil von 2,83%.

Die Aufteilung nach Gerd Kommer

Gerd Kommer ist der Guru im deutschsprachigen Finanzbereich für ETFs. Seine Bücher sind populär und viele Folgen seiner Strategie. Sein Standardwerk ist „Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs„*. Da diese so bliebt ist, stelle ich hier eine vereinfachte Version vor. Wir kennen ja nun bereits die Möglichkeit, mit einem ETF in die ganze Welt zu investieren. Gerd Kommer schlägt aber vor, ein sogenanntes Weltportfolio zu erstellen. Das Weltportfolio umfasst die Positionen Entwickelte Länder, Schwellenländer, Rohstoffe und Immobilien.

Bei Kommer wird sehr stark auf das Risiko fokussiert. Es erfolgt eine Risikoabwägung. Ein Teil der Anlage hat ein sehr niedriges Risiko und andere sind etwas risikobehafteter. Der risikofreie Teil wird mit dem Notgroschen und auf dem Sparkonto verwaltet. Ich gehe hier nun mehr auf den risikobehafteten Teil ein. Du musst dir selber überlegen, wie gross der risikobehaftete Anteil sein soll. Üblicherweise wird von 70% risikobehaftet und 30% risikolos ausgegangen. Beim Wertportfolio hat man ein breit gestreutes Portfolio aus Aktien, Rohstoffen und Immobilien. Anleihen lasse ich hier aufgrund der inzwischen sehr niedrigen Attraktivität und Profitabilität aussen vor. Das Wertportfolio ist passiv und basiert auf buy-and-hold. Du i investierst also einmal langfristig in die verschiedenen Bereiche.

Der risikobehaftete Anteil wird in passive und kostengünstige ETFs investiert. Die Immobilien und Rohstoffe können, müssen aber nicht per ETF gekauft werden. Gold kann natürlich auch physisch gekauft werden. Das gefällt mir persönlich besser, da es die ultimative Sicherheit gibt.

Eine übliche Aufteilung ist in der Grafik unten zu sehen. Der Grossteil des Geldes wird in entwickelte Länder investiert. Da ist der Gewinn zwar historisch gesehen kleiner, aber dafür sind die Aktien in diesen Ländern stabiler. Die Schwellenländer gelten als volatil. In gewissen Jahren kann ein schöner Profit realisiert werden, in anderen vielleicht nicht. Wie du siehst, wird ähnlich wie beim ETF ACWI (All World) in die ganze Welt investiert. Jedoch wird hier in zwei verschiedene ETFs investiert. Einmal der MSCI World der nur in die 23 entwickelten Länder investiert und einmal in den MSCI Emerging Markets der in 26 Schwellenländer investiert. So kann stärker gesteuert werden, wie gross der Anteil in den Schwellenländern sein soll.

Weltportfolio Kommer

Was sind Sektoren-ETFs?

Branchen- oder Sektoren-ETFs bieten zusätzliche Möglichkeiten zur Diversifikation deines Portfolios und deiner Anlagestrategie. Die ETF-Anbieter bündeln beim Branchen-ETF alle Unternehmen aus einem Sektor zu einem ETF. Die Gründe dafür sind simpel. Du kannst so in eine gesamte Branche investieren, ohne das Risiko, dass dein Unternehmen schlecht performt.

Nehmen wir als Beispiel die Pharmabranche. Du glaubst daran, dass diese Branche stark wachsen wird. Bevor es ETFs gab, musstest du dann dein Unternehmen auswählen und in Aktien investieren. Du hast danach direkt am Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens teilgenommen. Mit einem ETF, der den ganzen Sektor Pharma abbildet, investierst du in die gesamte Branche und nimmst so automatisch den Profit der gut laufenden Unternehmen mit, wie auch den Misserfolg der schlecht laufenden. Da du ja daran glaubst, dass diese Branche zukunftsträchtig ist und über die Jahre im gesamten gesehen wachsen wird, sind die Gewinne höher als die Verluste und du partizipierst ganz einfach mit einem ETF am Wachstum eines gesamten Sektors.

Sektoren-ETFs gibt es für fast jedes Thema: Energie, Immobilien, E-Sports, Cyber Security, Biotech, Batterien, Blockchain, Digitalisierung, usw.

Der ETF-Sparplan

Immer wieder stolpert man über den Begriff des Sparplans. Mit regelmässigen, teilweise sehr kleinen Beiträgen, können in Deutschland fast oder sogar ganz ohne Gebühren ETFs und Aktien bespart werden. Monatlich werden beispielsweise 25 EUR aufs Wertpapier-Depot überwiesen. Diese werden dann direkt in den gewünschten ETF oder in eine Einzelaktie investiert. Diese Form des Sparplans gibt es in der Schweiz nicht. Jeder Zukauf ist bei unseren Depotanbietern leider mit Kosten verbunden. Es lohnt sich also nicht, jeden Monat Kleinstanteile zu erwerben. Als Faustregel gilt, dass die Gebühren ab rund CHF 1000.- tragbar werden. Vorher sind sie, prozentual auf den Investmentbetrag gesehen, sehr hoch. Deshalb besser über ein paar Monate geduldig sein und einen höheren Betrag zusammensparen, um diesen dann in einer Transaktion zu investieren.

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