Die finanziellen Konsequenzen einer Pause vom Job
Träumst du davon, eine längere Auszeit vom Berufsleben zu machen? Dann plane unbedingt auch die finanzielle Seite deines Vorhabens mit– und die umfasst weitaus mehr als deine Reisekasse.
Inhaltsverzeichnis
Eine berufliche Auszeit nehmen
Ob dich das Reisefieber packt und die Welt bereisen willst oder du eine Weiterbildung im Ausland absolvieren willst. Vermutlich hast du auf das eine wie das andere Ziel hin gespart, um dir den Traum vom temporären Auslandsaufenthalt zu erfüllen und dabei den vorübergehenden Ausfall des Einkommens berücksichtigt. Finanziell sollte deine Planung aber darüber hinausgehen. Diese «Finanzpackliste» hilft dir dabei, an alles Wichtige zu denken, und erleichtert dir den Start zurück ins Berufsleben.
Deine persönliche Finanz-«Packliste»
Die nachfolgenden Punkte solltest du beachten, dass dein Sabbatical kein Loch in deine langfristigen Finanzen und Vorsorge reisst.
Die Dauer meines Auslandaufenthalts erfordert die Einzahlung des Mindestbeitrags in die AHV.
Solange du deinen Wohnsitz in der Schweiz behältst und dich nicht auf deiner Gemeinde abmeldest, bleibst du AHV-pflichtig, auch wenn du vorübergehend nicht erwerbstätig bist. Wenn du im Jahr deiner Ab- und deiner Rückreise noch arbeitest, ist das AHV-Minimum unter Umständen erfüllt. Kläre das zur Sicherheit mit der für dich zuständigen AHV-Stelle ab. Sie ermitteln den für dich gültigen Mindestbeitrag. Jedes fehlende Beitragsjahr schmälert deine AHV-Rente lebenslänglich um 2,3%.
Ich beziehe unbezahlten Urlaub und kehre zu meinem Arbeitgeber zurück. Für die Risikoleistungen bleibe ich bei meiner bisherigen Pensionskasse versichert und kann dort auch mein Sparguthaben belassen.
Kläre die Möglichkeiten mit deiner Pensionskasse ab. So oder so wird aber dein Sparprozess vorübergehend gestoppt, da du kein Einkommen hast. Eventuell kannst du in der Zeit freiwillig weiter sparen. Du müsstest dann aber auch den Arbeitgeberbeitrag übernehmen.
Mein Auslandaufenthalt ist mit einem Jobwechsel verbunden.
Erkundige dich bei deiner bisherigen Pensionskasse, ob du dein Sparguthaben dort belassen und es nach deiner Rückkehr an die Pensionskasse deines neuen Arbeitgebers transferieren lassen kannst. Andernfalls müsstest du es vorübergehend auf einem Freizügigkeitskonto parkieren.
In meiner Finanzplanung für den Auslandaufenthalt habe ich meine Steuern berücksichtigt.
Solange du dich nicht an deinem Wohnort abmeldest, bleibst du steuerpflichtig. Die meisten Steuerbehörden stellen dir heute eine Onlinerechner zur Verfügung, wo du berechnen kannst, wie hoch die Steuerzahlung ausfällt, damit du dies in deine Finanzplanung miteinbeziehen kannst.
Ich habe sichergestellt, dass ich während meines Auslandaufenthalts bei meiner Krankenkasse für Unfall und Krankheit versichert bin.
Kläre mit deiner Krankenkasse, wie du im Ausland für den Krankheitsfall versichert bist. Solltest du deinen bisherigen Job gekündigt haben, bleibst du bei dem Arbeitgeber nur 31 Tage über deinen letzten Arbeitstag hinaus für Nicht-Betriebsunfälle versichert. Ist das der Fall lass das Unfallrisiko in der Krankenkasse-Police einschliessen.
Ferienbudget statt Ferienfrust
Wer eine Auszeit nimmt, will sie geniessen – nicht jeden Kaffee am Strand dreimal im Kopf durchrechnen. Damit du in den Ferien nicht ständig an deine Finanzen denken musst, lohnt sich ein separates Ferienbudget. Mach dir dafür einen Spartopf, den du übers Jahr hinweg füllst – zum Beispiel mit einem Dauerauftrag direkt nach dem Zahltag. So wächst dein Ferienpolster ganz automatisch.
Wenn du dann unterwegs bist, darfst du dieses Geld mit gutem Gefühl ausgeben. Entweder bar oder mit einer Karte, die faire Konditionen beim Währungswechsel bietet. So bleibt mehr fürs Gelato. Und du musst dir keine Gedanken machen, ob du es dir leisten kannst.
So erstellst du dein Ferienbudget in 5 Schritten:
- Ziel definieren: Wohin soll es gehen? Wie lange bleibst du? Je konkreter, desto besser kannst du planen.
- Kosten schätzen: Recherchiere Flug, Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten, Transport und eine Reserve (z.B. 10–15 %).
- Gesamtsumme festlegen: Addiere alles. Das ist dein Zielbetrag.
- Sparrate berechnen: Teile die Summe durch die Anzahl Monate bis zur Abreise. Das ergibt deinen monatlichen Sparbetrag.
- Automatisieren: Richte einen Dauerauftrag ein – z. B. auf ein separates Sparkonto oder Ferienkonto mit Karte.
Damit du während der Reise nicht ständig dein Budget checken musst, kannst du dir dir vor Ort ein Tagesbudget geben. Das hilft dir, den Überblick zu behalten, ganz ohne Excel. Nimm dafür deinen Ferienbetrag, zieh Fixkosten wie Hotel oder Flug ab und teile den Rest durch die Anzahl Ferientage. Der Betrag ist abhängig von deinem Reisestil und der Destination. Beispielsweise kannst du festlegen, dass du CHF 50.- pro Tag für Aktivitäten und Essen ausgibst. Über die Tage kann das natürlich schwanken und sich wieder ausgleichen. So weisst du aber jeden Tag ganz einfach, was dein finanzieller Rahmen ist.
Fazit: Die wichtigsten finanziellen Punkt für deine berufliche Auszeit
Es gibt also durchaus einige Punkte vor deiner Auszeit zu beachten, damit du später keine ungewünschten Konsequenzen hast. Tausche dich in deinem Freundeskreis aus, wie sie ihren Auslandsaufenthalt geplant haben und welche Erfahrungen sie hinsichtlich ihrer Finanzen gemacht haben. So stösst du vielleicht auf etwas, mit dem du deine «Finanzpacklist» ergänzen kannst. Eine weitere gute Anlaufstelle kann die Personalabteilung deines Arbeitgebers sein, die dir in allen Fragen rund um die Sozialversicherungen weiterhelfen können.
