Die Replikationsarten von ETFs

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Was sind Replikationsarten?

Die Replikationsart gibt an, wie ein ETF seinen zugrundeliegenden Index abbildet. Das Ziel von jedem ETF ist es, den dazugehörigen Index so exakt und kostengünstig wie möglich nachzubilden. Dabei soll den Anlegerinnen die gleiche Wertentwicklung garantiert werden, wie sie der dem Index zugrunde liegende Markt macht.

Für die Nachbildung von Indizes haben sich verschiedene Methoden herauskristallisiert. Hier die sind die verschiedenen Replikationsarten so kurz und knapp wie möglich erklärt:

Die physische Replikation

Bei der physischen Replikation wird direkt in die im Index enthaltenen Aktien investiert. Dabei werden alle Aktien mit der gleichen Gewichtung, wie der Index sie hat, in den ETF eingekauft. Ein physisch replizierender ETF auf den SMI kauft dann beispielsweise die 20 im SMI enthaltenen Unternehmen in der gleichen Gewichtung, wie sie sie im SMI haben.

Sampling als Replikationsart

Beim Sampling kauft der ETF die Wertpapiere auch physisch. Mit dem Unterschied, dass der Anbieter eine Vorauswahl trifft. Statt also alle im Index vorhandenen Werte zu kaufen, wird nur in die wichtigsten Werte investiert. Das wichtigste Kriterium ist die Gewichtung der Wertpapiere im Index. Werte, die nicht liquide handelbar sind und einen nur geringen Anteil an einem Index ausmachen, werden nicht gekauft, den sie machen im Kursverlauf keinen wesentlichen Unterschied.

Die synthetische Replikation

Synthetische ETFs bilden den Index nicht direkt ab, sondern werden mit Finanzderivaten bestückt. Diese Derivate entstehen durch ein Tauschgeschäft mit einem Swap-Partner, in der Regel einer grossen Bank. Der ETF-Anbieter geht mit dieser einen Tauschvertrag (auf Englisch Swap) ein. So kann der Anbieter die Entwicklung von Indizes abbilden, die physisch nur schwer abzubilden sind, z.B. Nischenindizes oder schwer zugängliche Märkte, für die Einschränkungen gelten.

Dabei kommt es zu Gegenparteirisiken, weil die Partnerbank Konkurs gehen kann. In der Praxis sind die Gegenparteirisiken allerdings tief und die ETF-Anbieter schützen sich mit hinterlegten Sicherheiten vor einem Konkurs der Gegenpartei oder sie verteilen die Risiken auf mehrere Gegenparteien.

Welche Replikationsart ist die beste für meinen ETF?

Vorab die gute Nachricht, die Replikationsart hat wenig Einfluss auf die Performance des ETFs. Und nun zu den Details: Die Qualität der Indexnachbildung kann sich je nach Replikationsart, aber selbst bei identischer Replikationsart je nach Fonds unterscheiden. Die Qualität der Replikation wird meist anhand des Tracking Error und der Tracking Difference gemessen. Physisch replizierende ETFs bilden den Index am genauesten nach und sind für Anlegerinnen am leichtesten verständlich. Für ETFs mit sehr vielen verschiedenen Unternehmen ist die physische Replikation mittels Sampling geeignet. Für Nischenmärkte und Rohstoffe bieten sich Swap-basierte ETFs an.

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