Der Unterschied von Fonds und ETFs

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  • Beitrag zuletzt geändert am:April 28, 2024
Unterschied Fonds und ETFS

Fonds und ETFs - Das sind die wichtigsten Unterschiede

Fast alle kennen Fonds aber was sind ETFs? Und wieso sind Fonds so viel bekannter als ETFs? Fragen, auf die du in diesem Text über Fonds und ETFs Antworten findest.

ETFs sind neuer als Fonds – und besser?

ETFs sind gerade sehr populär und das zu Recht! Sie sind leicht zugänglich, verständlich und günstig. ETFs sind in den USA schon seit Jahren äusserst beliebt. Nun kommt der Trend rund um die passive Geldanlage auch in die Schweiz.

Unterschied Fonds und ETFS

Was ist ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund, was nichts weiter heisst als, dass es ein Fonds ist, der an der Börse gehandelt werden kann. Ein ETF kopiert dabei immer einen festgelegten Basisindex. Dies kann beispielsweise der SMI oder der S&P 500 sein und bildet diesen exakt nach.

­Warum der SMI zwar für uns in der Schweiz ein verständliches, aber kein gutes Beispiel ist, darüber habe ich im Artikel «Warum ein ETF auf den SMI gefährlich ist!» geschrieben.

Die Wertentwicklung des ETFs verläuft immer parallel zur Entwicklung des festgelegten Basisindexes. Durch den Kauf von Anteilen des ETFs kann somit, einfach ausgedrückt, auf einen Schlag in einen ganzen Markt oder eine gesamte Branche investiert werden.

Die breite Streuung ist ein grosser Vorteil von ETFs. So wird nämlich das Risiko beträchtlich reduziert. Bei einer Investition in einen ETF auf den MSCI World Index ist man als Anlegerin beispielsweise mit einem Produkt in mehr als 1500 Unternehmen aus 23 Industrieländern investiert.

ETFs, Fonds und Pralinen – der Unterschied einfach erklärt

Mit Fonds sind in der Regel die klassischen Anlagefonds der Banken gemeint. In der Schweiz sind Fonds weitaus bekannter als ETFs. Beide Produkte sind gebündelte Aktienpakete, die einen bestimmten Inhalt haben. Der grosse Unterschied liegt bei den Gebühren.

Ich vergleiche ETFs immer mit Schokolade: Du kaufst nicht nur eine einzelne Praline (eine Aktie), sondern die ganze Pralinenschachtel (ETF oder Fonds). Ist eine Praline schlecht, ist das bei einer ganzen Schachtel weitaus weniger schlimm, weil du noch viele weitere in der Box hast. Wie bei einer fertigen Pralinenschachtel im Laden, kann ich bei einem Fonds oder ETF nicht einzelne Unternehmen aussuchen. Es sind unter Umständen auch Anteile von Unternehmen enthalten, die ich selbst nicht ausgewählt hätte.

ETFs, Fonds und Pralinen

Der grosse Unterschied zwischen ETFs und Fonds

Der klassische Fonds, den die Banken in ihren Beratungsgesprächen meist empfehlen, wird aktiv gemanagt und hat deswegen höhere Gebühren. Somit ist er für die Banken natürlich das lukrativere Produkt.

Aktiv gemanagt heisst, Aktien werden von einem Fondsmanager ausgesucht, bewertet und in den Fonds eingekauft oder verkauft. Meist findest du den Namen des Fondsmanagers im Factsheet. Der Fondsmanager versucht laufend, die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Dafür greift er mit seinen Käufen und Verkäufen aktiv ein.

Bei einem ETF werden, wie erwähnt, nur Aktien und Wertpapiere gekauft, die den Index nachbilden, dem der ETF zu Grunde liegt. Die Unternehmen werden mit derselben Gewichtung, die sie im Index haben, im ETF abgebildet. Dies passiert fast komplett digital. Das ist der Grund, warum ETFs üblicherweise deutlich günstiger sind, als aktiv gemanagte Fonds. Da der ETF stoisch dem zugrundeliegenden Index folgt, spricht man bei ETFs auch vom passiven Investieren. Es gibt auch einige Ausnahmen, aber die grosse Mehrheit der ETFs auf dem Markt sind passiv gemanagt. Das ist die Grundidee von ETFs.

Der grosse Unterschied sind also schlussendlich die Kosten, die du bezahlst. Klassische Fonds haben Verwaltungsgebühren von 1,5-2%. ETFs sind bereits ab 0,15% erhältlich und bewegen sich bis zu 0,8%. Man spricht hier übrigens in der Fachsprache von der TER. Dazu kommt, dass viele Fonds einen Ausgabe- und Rücknahmeaufschlag erheben. Bei ETFs werden nur die üblichen Transaktionskosten an der Börse fällig.

Die Rendite von Fonds und ETFs im Vergleich

Statistiken, die die Rendite von aktiven Fonds und ETFs vergleichen zeigen deutlich, dass ETFs historisch gesehen meist besser abgeschnitten haben. Sich für eine ETF zu entscheiden, lohnt sich also nicht nur wegen den tieferen Gebühren, sondern auch wegen der besseren Rendite.

ETF und Fonds kaufen: Gibt es Unterschiede?

Während du einen ETF jederzeit selbst über deinen Online-Broker handeln kannst und dein Depot füllen kannst, werden Fonds über die Fondsgesellschaft gehandelt. Meist geschieht das nur 1x pro Tag.

Bei ETFs siehst du den genauen Transaktionspreis, wenn du den Auftrag eingibst. Bei Fonds ist der Preis nicht bis auf den letzten Rappen bekannt, da du den Auftrag ja vorher aufgibst. Natürlich bekommst du von deiner Bank eine Einschätzung des Preises und kannst angeben, welche Preise dein Limit sind.

Ich kaufe meine ETFs über Swissquote. Mit dem Code «MKT_MISSFINANCE» kannst du Swissquote auch ausprobieren und bekommst CHF 100.- in Trading Credits geschenkt*. Das Angebot gilt nur für Schweizer Einwohner:innen.

Wo findest du ETFs?

ETFs sind, ähnlich wie Aktien, zu den Öffnungszeiten täglich an der Börse handelbar. Fonds werden ausschliesslich von der Fondsgesellschaft gehandelt.

Du kannst ETFs bei fast jeder Schweizer Bank und bei jedem Online-Broker handeln. Es gibt online Vergleichsportale, bei denen du die ETFs nach verschiedenen Auswahlkriterien filtern kannst. Auf diesen Seiten findest du mehr Informationen für deine Recherche:

Anschliessend kannst du die ETFs anhand der ISIN (Internationale Wertpapierkennnummer) auseinanderhalten. Jeder ETF hat eine eigene ISIN. Die Namen der ETFs sind nämlich etwas verwirrend und sehr ähnlich.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. SK

    Was nützt (oder schadet) das aktive Handeln der Fonds? Gibt es Vorteile z.B. statisch betrachtet in der Rendite oder in Bezug auf Nachhaltiges/Soziales Wirtschaften ?
    Der Artikel liest sich so recht tendeziös.

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